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Kurzexpertise

Folgen fehlender ­Hitzevorsorge erklärt

Was passiert, wenn Städte ihre Quartiere, Gebäude und Infrastrukturen nicht rechtzeitig an die zunehmende Hitzebelastungen anpassen? Dieser Frage geht die Kurzexpertise Hitzestress in Städten: Konsequenzen des „Nichthandelns“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) nach. Sie untersucht systematisch die Konsequenzen des Nichthandelns und zeigt, welche gesundheitlichen, sozialen, infrastrukturellen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen ausbleibende Hitzevorsorge haben kann – und wie die Ursachen miteinander zusammenhängen. Bleiben beispielsweise Straßenräume stark versiegelt und unzureichend verschattet, verlieren aufgeheizte Wege, Plätze und Haltestellen an Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit. Menschen könnten häufiger auf klimatisierte Verkehrsmittel oder den privaten Pkw ausweichen. Die Folge sind zusätzlicher Verkehr, höhere Luftschadstoffbelastungen und weitere Wärmeemissionen. Ohne vorausschauende Hitzevorsorge steigen zudem Instandhaltungsaufwand und Betriebskosten von Verkehrs- und Versorgungsnetzen. Hitze und Trockenheit setzen auch bestehenden Straßenbäumen und Grünflächen zu. Nimmt ihre Verschattungs- und Verdunstungsleistung ab, verliert die Stadt einen Teil ihrer natürlichen Kühlung und die Hitzebelastung nimmt weiter zu. In Gewerbegebieten erschweren hohe Temperaturen die Arbeitsbedingungen und erhöhen den Kühlbedarf. Langfristig entstehen zusätzliche Energiekosten. Gebäude, Freiräume, Mobilität, technische Infrastruktur und Stadtgrün beeinflussen sich somit gegenseitig. Wer diese Zusammenhänge frühzeitig berücksichtigt, kann Maßnahmen besser aufeinander abstimmen und Städte langfristig widerstandsfähiger gegenüber Hitze machen. jb