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GIH-Umfrage: Viele kennen Risi­ken fos­si­ler Hei­zun­gen nicht

Erstellt mit Gemini / Löschhorn / ml

Eine aktuelle Umfrage bestätigt die GIH-Kritik am Gebäude­moder­ni­sie­rungs­ge­setz, Ener­gie­be­ratende war­nen vor Fehl­ent­schei­dun­gen beim Hei­zungs­tausch.

Die aktuelle Sirius Campus Marktuntersuchung „Monitor zur Energiewende – Perspektive der Energieberatenden“ bestätigt zentrale Kritikpunkte des GIH-Bundesverbands am geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). [→ siehe GIH zum GModG-Ent­wurf: kla­rer, aber we­ni­ger Kli­ma­schutz, Anm. Red.] Die repräsentative Befragung zeigt, dass viele Eigentümer:innen die Risiken fossiler Heizungen unterschätzen und bei der Heizungswahl unabhängige Orientierung benötigen.

 

Umfrage zeigt Beratungsbedarf

Rund 28 % der Kunden kennen die Risiken fossiler Heizungen klar. Gleichzeitig suchen 63 % der Eigentümer:innen vor allem „Orientierung und Überblick“ bei ihrer Entscheidungsfindung. Benjamin Weismann, Geschäftsführer des Energieberatendenverbands, erklärt: „Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Eigentümer weiterhin einen hohen Bedarf an unabhängiger Beratung haben. Gerade bei langfristigen Investitionen wie einer neuen Heizung sollten wirtschaftliche Risiken und hohe Kosten transparent aufgezeigt werden“.

Besonders kritisch bewertet der GIH die geplante Streichung der Pflichtberatung vor dem Einbau fossiler Heizungen. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, diese Änderung zurückzunehmen. Die verbindliche Beratung soll wieder in das Gebäudemodernisierungsgesetz aufgenommen werden.

Verband fordert unabhängige Beratung

Der GIH will die Beratung ausdrücklich nur durch unabhängige Energieeffizienz-Expert:innen verankern. Bislang können auch Fachhandwerker:innen diese Beratung übernehmen, obwohl diese naturgemäß nicht unabhängig sind. Der Verband verknüpft diese Forderung mit der Heizungswahl und mit den langfristigen Folgen einer Investition in fossile Technik.

GIH

Energieberatende warnen vor Kosten

Die Energieberatenden warnen vor einer langfristigen Kostenfalle beim Einbau neuer Öl- und Gasheizungen. 95 % der Energieberatenden erwarten steigende Kosten für das Heizen mit Öl und Gas bis 2045. Gleichzeitig berichten die Expert:innen, dass 72 % ihrer Kund:innen Angst vor hohen Energiekosten haben.

Als Gründe nennt der GIH steigende Netzentgelte, die CO2-Bepreisung sowie unsichere Verfügbarkeiten erneuerbarer Gase im Rahmen der sogenannten „Biotreppe“. Weismann mahnt: „Wer heute ohne unabhängige Beratung investiert, läuft Gefahr, sich mit einer neuen fossilen Heizung langfristig hohe Kosten und Abhängigkeiten ins Haus zu holen“.

Unsicherheit bremst Investitionen

Die Untersuchung zeigt außerdem, dass 51 % der Kund:innen Investitionen derzeit aus Unsicherheit verschieben. Dieser zunehmende „Attentismus“ verdeutlicht nach Einschätzung des GIH, dass Eigentümer:innen stabile politische Rahmenbedingungen und verlässliche Orientierung benötigen – nicht weitere Deregulierung.

Vor diesem Hintergrund fällt auch die Bewertung der sogenannten 65-%-Regel eindeutig aus: 77 %  der Energieberatenden lehnen deren Abschaffung ab. Die Regel biete derzeit wichtige Planungssicherheit und Akzeptanz im Markt.

Zugleich bewerten inzwischen 65 % der Befragten das bestehende Gebäudeenergiegesetz (GEG) mindestens als „gut“. Aus Sicht des GIH verdeutlicht die Umfrage damit den klaren Wunsch nach verlässlichen Leitplanken und keine erneute politische Kehrtwende. ■
Quelle: GIH / ml

Umfrage 

Die Ergebnisse stammen aus der Sirius Campus Marktuntersuchung „Monitor zur Energiewende – Perspektive der Energieberatenden“, einer repräsentativen Befragung unter den Verbandsmitgliedern des Energieberaterverbands (GIH), des Deutschen Energieberater-Netzwerks (DEN) und des Zentralverbands Deutscher Schornsteinfeger (ZDS).

Die Untersuchung wurde im März 2026 zum vierten Mal seit 2023 durchgeführt. Insgesamt nahmen 726 Energieberatende an der Befragung teil.

Quelle: https://www.siriuscampus.de/energieberatende-lehnen-abschaffung-der-65-regel-ab/