Bei der Nachrüstung von Mehrfamilienhäusern können Wärmepumpenprojekte auf Netzanschlüsse ohne ausreichende Leistungsreserven stoßen. Das Whitepaper Netzanschlusskosten für Wärmepumpen im Mehrfamilienhaus des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE zeigt, wie uneinheitliche Standards und Lastberechnungen Baukostenzuschüsse zwischen Null und mehr als 50.000 Euro verursachen können. Es beschreibt Lösungen, die der Wohnungswirtschaft, Netzbetreibern, Regulierungsbehörden und Politik mehr Planungssicherheit bieten. Die Analyse macht zwei strukturelle Defizite sichtbar. So ist bundesweit nicht einheitlich geregelt, bis zu welcher Leistung ein Anschluss als Standard gilt und pauschal abgerechnet wird. Hinzu kommen unterschiedliche Verfahren zur Ermittlung der Haushaltslast. Die DIN 18015-1 wurde ursprünglich für die Bemessung von Hauptleitungen innerhalb von Gebäuden entwickelt. Wird sie auch zur Beurteilung des Netzanschlusses verwendet, kann sie den tatsächlichen Leistungsbedarf gegenüber messdatenbasierten Werksnormen um bis zum Faktor 2,5 überschätzen. Für mehr Planungssicherheit empfiehlt das Whitepaper unter anderem bundesweit vergleichbare Pauschalgrenzen für Standardanschlüsse und datenbasierte Normen, damit Netzanschlüsse auf Grundlage realistischer Lastannahmen bewertet werden. jb
Whitepaper
Standards statt Flickenteppich bei Netzanschluss von Wärmepumpen
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