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Berufsbild bleibt Kernthema

Die Debatte um das Berufsbild Energieberatung stand im Mittelpunkt unserer Sommerumfrage 2023. Die Ergebnisse finden Sie ab Seite 30.

Das Thema brennt aus vielen Gründen unter den Nägeln. Erstens ist es wichtig, um die Energieberatung für junge, gut ausgebildete Menschen attraktiv zu halten. Sie müssen wissen, welche Bereiche es gibt, wie Spezialisierungen aussehen und wie die Perspektiven sein können. Wir haben uns ergänzend zur Sommerumfrage mit einigen „Einsteigern“ in die Energieberatung unterhalten. Die Diskussion zum Berufsbild ist für sie zentral, Harmonisierung der Ausbildung und klarere Richtlinien für Honorare gehören dazu. Sie wollen gut beraten und sich von den schwarzen Schafen abgrenzen, die nur das schnelle Geld suchen. Mehr dazu auf Seite 36.

Unsere Sommerumfrage hat auch gezeigt, dass das Thema Berufsbild nicht nur die Neulinge beschäftigt. Mit über 740 Teilnehmenden hatten wir enormes Interesse, danke allen, die mitgemacht haben. Die Qualitätssicherung bei den Zugangsvoraussetzungen war das Thema, das als wichtigstes Argument für ein klares Berufsbild genannt wurde.

Zweitens ist das Thema Berufsbild wichtig für die Politik. Sie muss sich darauf verlassen können, dass die Klimawende im Gebäudebereich von Expertinnen und Experten begleitet wird, die wissen, was sie tun und Hausbesitzende, Immobilienunternehmen und Kommunen kompetent, korrekt und zielführend beraten.

Auch wenn die Förderung von den Beratungsempfängern häufig in den Mittelpunkt gestellt wird: Das kann und sollte nicht das wichtigste Thema in der Energieberatung sein. Die Stärke von Energieberatenden ist, dass sie nicht bloß Fördertöpfe erschließen. Sie tragen dazu bei, den Bestand an Wohn- und Nichtwohngebäuden fit zu machen für die Zukunft und so neu zu bauen, dass Klimaneutralität im Gebäudebereich möglich wird. Ein klares Berufsbild könnte auch hier helfen, diese Rolle zu schärfen und durch definierte Berufs- und Ausbildungswege zu untermauern. Das muss alle umfassen: Architekten, Ingenieure und Handwerker, die sich auf Energieberatung spezialisieren wollen.

Und drittens müssen die Besitzer von Immobilien wissen – seien es Wohnungsunternehmen, private Hausbesitzer oder Eigentümer von Nichtwohngebäuden –, was sie von einem Energieberatenden erwarten können. Expertise bei Fragen der Energieeffizienz von Gebäuden und dem Gebäudebetrieb, ganz einfach, oder? Nein, eben nicht. Das beginnt schon bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung von Maßnahmen, die aufgrund der Energiepreise eigentlich kaum oder nur in Szenarien, die zu plausibilisieren sind, machbar sind. Es geht weiter mit Maßnahmen, die neue Perspektiven für Gebäude aufzeigen, wie die Barrierefreiheit oder die Option, Gebäudeteile abzutrennen, um sie später separat nutzen zu können. Das ist natürlich keine originäre Aufgabe der Energieberatung, kann aber einen Einstieg in Sanierung oder Umbau erleichtern. Dazu gehört auch das Thema Nachhaltigkeit. Für viele Menschen sind Wohngebäude Teil der Altersvorsorge. Die Kombination von Effizienz und Nachhaltigkeit kann helfen, den Wert von Immobilien zu erhalten.

Wie gelingt das, wie motivieren wir die Menschen, sich an Sanierungsprojekte zu wagen? Das ist natürlich auch unser Thema beim vierten Fachforum Gebäudehülle am 7. und 8. November. Freue mich darauf, Sie dort zu sehen!

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen

Ihr GEB Redaktionsteam