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Marktentwicklung solarer Wärmenetze erreicht 75 Anlagen

fovito / stock.adobe.com

Deutschland zählt im September 2026 insgesamt 75 solare Wärmenetze. Die installierte Kollektorfläche liegt bei 339.203 Quadratmetern. Um die politischen Ziele für 2045 zu erreichen, müsste der jährliche Zubau deutlich steigen.

Solites hat die Marktentwicklung solarer Wärmenetze in Deutschland aktualisiert. Die 75 Anlagen in Betrieb erreichen zusammen 222 MW thermische Leistung. Der Zubau der vergangenen beiden Jahre verteilt sich sehr unterschiedlich auf Anlagenzahl und Fläche.

Elf Anlagen gehen 2025 ans Netz

Im Jahr 2025 nahmen elf Anlagen mit zusammen 69.963 Quadratmetern Bruttokollektorfläche und rund 42 MW Leistung den Betrieb auf. Die größte steht in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) mit 24.361 Quadratmetern Vakuum-Röhrenkollektoren, gefolgt von Tübingen-Au (Baden-Württemberg, 12.000 Quadratmeter Vakuum-Röhrenkollektoren) und Bracht (Hessen, 11.637 Quadratmeter Flachkollektoren).

Weiter gingen in Betrieb: Delitzsch (Sachsen, 5.493 Quadratmeter Vakuum-Röhrenkollektoren), Föhr (Schleswig-Holstein, 3.076 Quadratmeter Flachkollektoren), Edingen (Mecklenburg-Vorpommern, 3.000 Quadratmeter Flachkollektoren), die Parkplatzüberdachung in Regensburg (Bayern, 2.937 Quadratmeter Vakuum-Röhren- und Flachkollektoren), Wolmirstedt (Sachsen-Anhalt, 2.400 Quadratmeter Vakuum-Röhrenkollektoren), Jungnau (Baden-Württemberg, 2.193 Quadratmeter Vakuum-Röhrenkollektoren), Dresden (Sachsen, 2.000 Quadratmeter Vakuum-Röhrenkollektoren) und Renquishausen (Baden-Württemberg, 866 Quadratmeter Vakuum-Röhrenkollektoren).

Solites

Leipzig-Lausen prägt das Jahr 2026

Im laufenden Jahr 2026 gingen zwei Anlagen in Betrieb – mit 67.094 Quadratmetern Bruttokollektorfläche und ebenfalls rund 42 Megawatt Leistung. Den Ausschlag gibt Deutschlands größte Solarthermieanlage in Leipzig-Lausen (Sachsen) mit 65.208 Quadratmetern Vakuum-Röhrenkollektoren. Hinzu kommt Waldalgesheim (Rheinland-Pfalz) mit 1.886 Quadratmetern Vakuum-Röhrenkollektoren.

Zwei Anlagen versorgen nicht nur Wärmenetze, sondern auch industrielle Prozesse: Bad Rappenau (28.871 Quadratmeter Flachkollektoren, seit 2024 in Betrieb) und Dettenhausen (2.312 Quadratmeter Vakuum-Röhrenkollektoren, seit 2022 in Betrieb). Sie zählen damit neben dem Marktsegment solare Wärmenetze teilweise zur solaren Prozesswärme.

Sieben Projekte befinden sich in Planung und Bau

Derzeit entstehen sieben weitere Anlagen. Steyerberg (Niedersachsen), Erkrath (Nordrhein-Westfalen) und Lübeck (Schleswig-Holstein) erreichen jeweils zwischen 12.000 und 14.000 Quadratmeter Bruttokollektorfläche. Amöneburg-Rüdigheim (Hessen) kommt auf rund 5.500 Quadratmeter, Schönwald (Baden-Württemberg), Coswig (Sachsen) und Neutraubling (Bayern) auf jeweils knapp 3.000 Quadratmeter. Zusammen ergeben sie nach Inbetriebnahme weitere 52.727 Quadratmeter und rund 32 MW Leistung.

Konzentrierende Solarthermie fehlt bislang in DeutschlandNeben Vakuum-Röhren- und Flachkollektoren lässt sich solare Wärme auch über konzentrierende Solarthermie nutzen, etwa mit Parabolrinnenkollektoren. Im belgischen Turnhout betreibt Campina Energie cv eine Parabolrinnenanlage, die Temperaturen bis 330 Grad Celsius für den Standort von Avery Dennison liefert. Am Standort entstand zudem ein neuartiger Hochtemperatur-Betonspeicher.

Solche Anlagen können auch in Deutschland Prozesswärme sowie Nah- und Fernwärme bereitstellen. Das deutsche Verbundvorhaben ProSolNetz untersucht die Technologie. Große konzentrierende Anlagen für Wärmenetze arbeiten in Deutschland bisher nicht.

Die Studie „Perspektive der Fernwärme“ der Prognos AG vom Juni 2024 sieht für 2045 im deutschen Fernwärmemix 4 Terawattstunden pro Jahr aus Solarthermie vor. Das deckt nur einen Bruchteil des Wärmebedarfs der Wärmenetze, entspricht aber rund zehn Millionen Quadratmetern Bruttokollektorfläche. Dafür müssten jährlich etwa 500.000 Quadratmeter Bruttokollektorfläche in Betrieb gehen.

Quelle: Solites / oja