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Maicklerschule Fellbach: Neues Lüftungskonzept fördert gesundes Lernklima

Wie gelingt es, dass sich Schülerinnen und Schüler in der Schule wohlfühlen? Die Gestaltung der Räume spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die neue Maickler Grundschule in Fellbach zeigt, wie Schule zeitgemäß und zukunftsfähig gedacht werden kann. Der dreigeschossige Neubau wurde von Löhle Neubauer Architekten BDA entworfen und bietet auf rund 4.000 Quadratmetern Platz für bis zu 400 Schülerinnen und Schüler.

Zudem ist die Schule als Cluster-Schule konzipiert. Eine Cluster-Schule ist ein schulisches Raumkonzept, bei dem die traditionellen, voneinander getrennten Klassenzimmer und langen Flure durch sogenannte Cluster ersetzt werden. Ein Cluster ist eine räumliche Einheit, die mehrere Lernräume, Gruppenräume und Funktionsbereiche um einen gemeinsamen zentralen Bereich, dem Marktplatz, gruppiert.

Auch bei der Schule in Fellbach gibt es statt abgetrennter Klassenzimmer nun offene und flexibel nutzbare Lernbereiche. Die Innenräume sind durch ein Atrium und mehrere Innenhöfe natürlich belichtet, was eine helle und freundliche Atmosphäre schafft. Frank Gottschalk von der Stadt Fellbach hebt hervor: „So eine flexible Architektur ist für eine Schule trotz breitem Umdenken in der Branche immer noch ungewöhnlich. In 20 Jahren wird das Gebäude immer noch so aktuell sein wie heute.“

Jedes Jahrgangscluster nutzt einen eigenen Gebäudebereich. Zwei Lüftungsgeräte von Kiefer versorgen je Klassen und Aufenthaltsräume sowie die Schulküche entsprechend der Auslastung.

Brigida Gonzáles

Jedes Jahrgangscluster nutzt einen eigenen
Gebäudebereich. Zwei Lüftungsgeräte von Kiefer versorgen je Klassen und Aufenthaltsräume sowie die Schulküche entsprechend der Auslastung.

So funktioniert die Lüftung

Kiefer Klimatechnik plante und installierte die komplette Lüftungs- und Klimaanlage in Abstimmung mit der Firma Ebök. Das System basiert auf zwei zentralen Lüftungsgeräten im Untergeschoss, die unterschiedliche Nutzungsbereiche versorgen.

Die erste Anlage mit Wärmerückgewinnung über einen Rotor ist für Klassenräume, Mensa, Cafeteria und Foyer zuständig. Sie erreicht einen Volumenstrom von 18.000 Kubikmetern pro Stunde und ermöglicht einen dreifachen Luftwechsel. Die Steuerung des Volumenstroms erfolgt geschossweise über variable Volumenstromregler und wird an die Nutzung der Räume angepasst. Während des Unterrichts ist der Luftstrom in Foyer und Mensa reduziert, in den Lernbereichen läuft die Anlage auf voller Leistung; in den Pausen kehrt sich dieses Verhältnis um. Die Abluft wird über Schattenfugen in die abgehängte Decke geführt und dort mittels Tellerventilen und Gittern abgesaugt.

Das sorgt für gute Raumluftqualität

Die Frischluftzufuhr in den Lernräumen erfolgt durch die 24 Millimeter schmalen Indul Schlitzauslässe parallel zur Fensterfront (in blau dargestellt). Die verbrauchte Luft wird über Schattenfugen abgeführt und strömt dann in den Deckenhohlraum und wird mittels Gitter angesaugt (orange) und über das Außengebäude abgeführt.

Kiefer

Die Frischluftzufuhr in den Lernräumen erfolgt durch die 24 Millimeter schmalen Indul Schlitzauslässe parallel zur Fensterfront (in blau dargestellt). Die verbrauchte Luft wird über Schattenfugen abgeführt und strömt dann in den Deckenhohlraum und wird mittels Gitter angesaugt (orange) und über das Außengebäude abgeführt.

Die Frischluftzufuhr erfolgt über Indul-Schlitzdurchlässe von Kiefer, die parallel zur Fensterfront in den Klassenräumen und dezent im Foyer und der Cafeteria integriert sind. Die Anordnung ist ein Kompromiss zwischen architektonischen Vorgaben und technischer Funktionalität. Die Schlitzdurchlässe verfügen über ein asymmetrisches Ausblasverhalten, das den Zuluftstrahl in viele Einzelstrahlen aufteilt – ein kleiner Anteil senkrecht nach unten, der größere Anteil im 45-Grad-Winkel in den Raum. Die Abluft wird an der gegenüberliegenden Raumseite erfasst, was die Durchströmung unterstützt. Das Ergebnis ist eine zugfreie und gleichmäßige Raumdurchströmung ohne spürbare Luftbewegung.

Separate Anlage hilft bei Lüftung der Schulküche

Für die Be- und Entlüftung der Schulküche wurde eine separate Anlage mit Kreuzstrom-Wärmetauscher installiert. Sie erreicht einen Volumenstrom von 7.000 Kubikmetern pro Stunde, der über die Ventilatordrehzahl geregelt wird. Die Abluft wird über ein verzinktes Kanalnetz und Dachventilatoren direkt ins Freie geführt. Die Komponenten im Fortluftkanal sind speziell auf fetthaltige Abluft ausgelegt, um Geruchsübertragungen in die Zuluft zu verhindern.

Gebäudeautomation sorgt für zentrale Steuerung

Die gesamte raumlufttechnische Anlage ist in eine Gebäudeautomation auf BACnet-Basis eingebunden. Der Zugriff auf die Lüftungsanlagen erfolgt über dieses System. Auf jeder Etage kann der Betriebszustand der Lüftungsanlage schnell und unkompliziert abgerufen werden, ohne die einzelnen Räume zu betreten. In der Technikzentrale im Untergeschoss laufen alle gebäudetechnischen Informationen zusammen und können über ein Touchscreen-Display zentral erfasst, kontrolliert und im Detail justiert werden.

Ausblick

Das Lüftungs- und Klimakonzept der Maicklerschule Fellbach zeigt, wie technische Gebäudeausstattung und moderne Schularchitektur kombiniert werden können, um flexible Lernumgebungen und ein gesundes Raumklima zu schaffen. Die Umsetzung dient als Beispiel für zukünftige Schulbauten, bei denen Energieeffizienz und Nutzerkomfort gleichermaßen im Fokus stehen. Quelle: Norbert Hinderer / Kiefer Klimatechnik / ar