„Unsere Analyse zeigt, dass rund um große Wärmenetze erhebliche Mengen ungenutzter Wärme anfallen“, sagt Andrea Voigt, Vizepräsident von Danfoss Climate Solution. Das Unternehmen hat Standorte und Wärmemengen aus dem öffentlichen Abwärmeregister mit der Lage und dem Bedarf von 178 Fernwärmenetzen abgeglichen. Zusammen versorgen diese Netze 4,6 Millionen Haushalte.
In die Analyse flossen registrierte industrielle Abwärmequellen ein, die höchstens einen Kilometer von einem der Netze entfernt liegen. Die dort erfasste Wärmemenge entspricht 30,4 Prozent des gemeinsamen jährlichen Wärmebedarfs der untersuchten Netze. Abwärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wurde nicht berücksichtigt; die Abwärme von Rechenzentren ist in den verwendeten Registerdaten bislang nicht vollständig erfasst.
Abwärme: Bereits erzeugt und bezahlt – aber ungenutzt
Die 30,4 Prozent beschreiben ein theoretisches Potenzial – nicht die Menge an Abwärme, die tatsächlich in die Netze eingespeist werden kann. „Für jeden Standort muss einzeln geprüft werden, wie viel der Wärme technisch und wirtschaftlich genutzt werden kann“, erklärt Voigt. Das öffentliche Register liefere dafür konkrete Ansatzpunkte.
Die Ergebnisse sind auch mit Blick auf die gesetzlichen Anforderungen ab 2030 relevant: Dann muss jedes Wärmenetz mindestens 30 Prozent seiner jährlichen Nettowärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien, unvermeidbarer Abwärme oder einer Kombination daraus beziehen. Aus der Analyse lässt sich nicht ableiten, dass die untersuchten Netze diese Vorgabe mit der erfassten Abwärme erfüllen können. Sie zeigt vielmehr, wo sich eine genauere technische und wirtschaftliche Prüfung lohnen könnte. Quelle: Danfoss/jb
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