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Wärmetauscher nutzen BHKW-Abwärme und verbessern Wärmepumpenbetrieb

In der Kläranlage Tübingen erzeugen seit einigen Jahren zwei Blockheizkraftwerke Wärme aus dem bei der Abwasserreinigung entstehenden Klärgas. Die erzeugte Wärme versorgt das 2015 fertiggestellte Quartier Alte Weberei im Stadtteil Lustnau auf der gegenüberliegenden Neckarseite. Um die Energieausbeute zu steigern und zusätzlich das benachbarte Queck-Areal mit Wärme versorgen zu können, wurde die Anlage Ende 2025 um ein weiteres Blockheizkraftwerk und eine Wärmepumpe erweitert. Das neue Blockheizkraftwerk ist mit zwei parallel geschalteten Brennwert-Abgaswärmetauschern von Bomat ausgestattet. Sie gewinnen zusätzliche Wärme aus den heißen Motorabgasen zurück – Energie, die ansonsten ungenutzt verloren ginge.

Ungewöhnlicher Systemaufbau verbessert die Effizienz

Die oberen Einschübe der beiden Profitherm-Wärmetauscher sind verbunden und speisen mit ihrer Ausbeute den Rücklauf des Wärmenetzes, die unteren Module warmes Wasser für die Quellenseite der Wasser/Wasser-Wärmepumpe.

IBS Ingenieurgesellschaft

Die oberen Einschübe der beiden Profitherm-Wärmetauscher sind verbunden und speisen mit ihrer Ausbeute den Rücklauf des Wärmenetzes, die unteren Module warmes Wasser für die Quellenseite der Wasser/Wasser-Wärmepumpe.

Die beiden Wärmetauscher sind abgasseitig miteinander verbunden und entziehen den Motorabgasen gemeinsam Wärme. Üblicherweise wird diese Wärme in einen einzigen Heizkreis eingespeist. In Tübingen ist die hydraulische Einbindung jedoch anders gelöst: Die Wärmetauscher bestehen jeweils aus mehreren Einschüben, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Die beiden oberen Einschübe jedes Wärmetauschers sind miteinander verbunden und übertragen ihre Wärme in den Rücklauf des Wärmenetzes. Das Rücklaufwasser wird dadurch vorgewärmt, bevor es erneut auf die erforderliche Vorlauftemperatur gebracht werden muss. Diese Rücklauftemperaturanhebung senkt den Energiebedarf des Gesamtsystems.

Die unteren Einschübe beider Wärmetauscher übertragen ihre Wärme dagegen auf den Quellenkreis der neu installierten Wasser/Wasser-Wärmepumpe. Dadurch steht der Wärmepumpe nicht nur zehn bis zwölf Grad Celsius kaltes Grundwasser zur Verfügung, sondern Wasser mit rund 25 Grad Celsius. Sie muss die Temperatur somit weniger stark anheben und kann effizienter arbeiten.

100 Kilowatt zusätzliche Wärmeleistung

Die Brennwert-Abgaswärmetauscher erhöhen die thermische Leistung der Gesamtanlage um rund 100 Kilowatt. Bei einer jährlichen Laufzeit der Blockheizkraftwerke von etwa 7.000 Stunden ergibt sich daraus eine zusätzliche Wärmemenge von rund 700.000 Kilowattstunden. Quelle: Bomat/jb

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