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Westliche Wechselrichterhersteller können EU-Bedarf decken

anatoliy_gleb/stock.adobe.com

Die Produktionskapazitäten westlicher Hersteller übersteigen laut S&P Global Energy bereits den jährlichen Installationsbedarf der EU. Auch in Osteuropa sind westliche Anbieter seit Jahren fest etabliert. Die EU schließt risikoreiche Wechselrichter zudem schrittweise aus der öffentlichen Förderung aus.

Die Europäische Union arbeitet daran, Wechselrichter aus Hochrisikoländern von der EU-Förderung auszuschließen. Nach Angaben des European Solar Manufacturing Council (ESMC) verlagert sich die entscheidende Frage damit von der politischen auf die praktische Ebene: Können westliche Hersteller den Markt versorgen? Daten des Marktforschungsunternehmens S&P Global Energy zeigen, dass die Produktionskapazitäten im Westen bereits dem gesamten jährlichen Installationsbedarf Europas entsprechen.

Produktionskapazitäten übersteigen europäischen Bedarf

Die europäische Wechselrichter-Produktionskapazität beläuft sich laut S&P Global Energy auf rund 104 Gigawatt Wechselstrom (GWac). Hinzu kommen mehr als 120 GWac Produktionskapazität von Herstellern in Nord- und Südamerika sowie im asiatisch-pazifischen Raum ohne die Volksrepublik China. Allein für den europäischen Bedarf stehen mehr als 53 GWac an Produktionskapazität zur Verfügung. Dies entspricht fast der Kapazität der PV-Installationen in der EU im Jahr 2025.

„Das Angebot ist nicht der Engpass. Die Kapazitäten, um risikobehaftete Anbieter zu ersetzen, sind bereits heute vorhanden“, sagt Christoph Podewils, Generalsekretär der ESMC.

Westliche Hersteller sind in Osteuropa etabliert

Eine ESMC-Umfrage unter sechs westlichen Herstellern ergab eine kombinierte installierte Leistung von rund 14 GW in acht Märkten. Die Präsenz reicht bis etwa ins Jahr 2010 zurück und umfasst rund 330 Vertriebs- und Servicemitarbeiter vor Ort oder im Fernbetrieb. Vertrieb und Support ließen sich innerhalb von etwa sechs Monaten erheblich ausweiten.

Polen führt mit einer installierten Leistung von 4.430 MW und rund 74 fest zugewiesenen Mitarbeitern. Alle sechs befragten Hersteller sind dort aktiv und können innerhalb von drei Monaten skalieren. Es folgen Ungarn mit 1.831 MW, die Tschechische Republik mit 1.468 MW, Rumänien mit 1.147 MW, Bulgarien mit 810 MW und die Slowakei mit 364 MW. In jedem dieser Märkte sind bereits fünf oder sechs der sechs befragten Hersteller vertreten. Da in Osteuropa weitere westliche Anbieter tätig sind, stellen diese Zahlen eine konservative Schätzung dar.

Kosten für Energiesicherheit bleiben gering

Laut einer Analyse von Wood Mackenzie erhöht die Wahl eines westlichen Wechselrichters die Kosten eines Groß- oder Gewerbeprojekts nur um etwa 2 Prozent. Bei Strang-Wechselrichtern für Privathaushalte liegt der Aufschlag bei 3 bis 4 Prozent. Die östlichen EU-Märkte liegen weitgehend mit Deutschland und Spanien auf einer Linie. Einen strukturellen Kostennachteil beim Kauf westlicher Wechselrichter im Osten gibt es nicht.

„Der Wechselrichter ist das Gehirn jeder Solaranlage. Wer das Gehirn kontrolliert, kontrolliert das Netz. Die Debatte darüber, ob Europa sich von risikoreichen Wechselrichtern lösen kann, ist vorbei – die Kapazitäten sind vorhanden, die Hersteller sind da, und in Osteuropa gibt es sie bereits seit fünfzehn Jahren“, ergänzt Podewils.

EU stoppt Förderung für risikoreiche Anbieter

Die EU hat entschieden, den Zufluss öffentlicher Gelder in Energieprojekte zu stoppen, die auf Wechselrichter von Anbietern aus Hochrisikoländern angewiesen sind. Betroffen sind Unternehmen im Besitz oder unter Kontrolle von Firmen aus China, Russland, Iran und Nordkorea. Die Maßnahme gilt für alle Finanzinstrumente der EU. Sie kann durch die Verlagerung der Produktion oder die Gründung von Tochtergesellschaften in Drittländern nicht umgangen werden. ■
Quelle: ESMC / oja