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Das Geheimnis des überhitzten Serverraums – ein Fall für Energieberater mit Gespür für Prozesskälte

Ein mittelständisches Ingenieurbüro bezieht 2024 seinen Neubau: KfW-40 NWG, EE-Klasse, alles vom Feinsten. Im Erdgeschoss befindet sich ein kleiner Serverraum, 15 m², rund 4 kW IT-Last für die firmen­eigene Cloud. Der TGA-Planer hatte die Kühllast sorgfältig nach VDI 2078 ermittelt und eine Split-Klimaanlage mit 6 kW Nennkälte­leistung eingebaut – großzügig dimensioniert, mit Reserve. Die zentrale RLT führt zusätzlich Frischluft nach. Doch schon im ersten Sommer beginnt der Ärger: An heißen Tagen fahren die Server reihenweise in den Thermal Shutdown. Der IT-Dienstleister tobt, der Geschäftsführer droht mit Regress. Der herbeigerufene Fachplaner misst nach: Die Split-Anlage liefert exakt ihre Nennkälteleistung, die Zulufttemperatur beträgt saubere 14 °C, der Raumfühler zeigt konstant 23 °C. Auch die Kühllastberechnung wird nachgerechnet – alles normkonform, alle Sicherheitszuschläge korrekt. Ein zweiter Kollege wird hinzugezogen, ein dritter. Alle attestieren: „Anlage in Ordnung.“ Und doch stürzt die IT ­weiter ab. Wo liegt der blinde Fleck?

Rätselfrage:

Warum kollabieren die Server, obwohl der ­Serverraum nachweislich kühl genug ist?

Die Auflösung des Falls aus GEB 05-2026

Die Ursache ist kein Software-Bug, sondern ein funda­mentaler Installationsfehler. Der Elektriker hat die Wallbox topologisch „vor“ dem Stromsensor (Wandler) des Speichersystems an das Netz angebunden. Das Speichersystem ist somit buchstäblich blind für den Stromfluss zur Wallbox. Es misst und regelt nur den nachgelagerten Hausverbrauch, den es mustergültig aus der Batterie deckt. Die 11 kW für das E-Auto fließen jedoch am Sensor vorbei und werden unbemerkt direkt und teuer aus dem öffentlichen Netz bezogen. Das Monitoring-Portal lügt nicht – es zeigt nur den Ausschnitt der Realität, den es durch seinen falsch ­platzierten Sensor „sehen“ kann. Ein klassischer Fall von „garbage in, garbage out“.

Quellenbasis:

[1] VDE-AR-N 4100 (Technische Anschlussregeln ­Nieder­spannung).

[Kommentar: Definiert die Anforderungen am Netzverknüpfungspunkt. Die korrekte Erfassung aller Energieflüsse ist hier implizit für eine netzdienliche Steuerung gefordert.]

[2] Installationshandbücher der Hersteller von Heimspeichersystemen.

[Kommentar: Jeder Hersteller schreibt unmissverständlich vor, dass der für die Regelung zuständige Sensor/Smart Meter direkt hinter dem Zähler des Netzbetreibers installiert werden muss, um den gesamten Energieaustausch zu erfassen. Ein klarer Verstoß gegen die anerkannten Regeln der Technik.]

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