Einfach und klimaresilient bauen – ohne Keller und Zement
Leicht und luftig
Die Suche nach Rezepten, das Bauen günstiger zu machen, hat inzwischen die ganze Republik fiebrig gemacht. Zu viele Vorschriften und Normen, zu komplexe und bürokratische Prozesse, zu hohe Ansprüche bei Komfort und Technik, überbordende Boden- und Immobilienspekulation – das (vorläufige) Ergebnis: Bauturbo und Gebäudetyp E sollen es richten. Einfacher und schneller bauen? Wer hätte gedacht, dass die Lösung so einfach sein kann.
Ist es eben nicht, wie das aktuell noch in den Geburtswehen stecken gebliebene Gebäudemodernisierungsgesetz mit seinen 75 bis 80 Seiten zeigt. Erstens: Einfach bauen heißt nicht nur einfach drauf los bauen – einfach bauen bedeutet zunächst mehr denken und besser planen. Zweitens: Damit einfaches Bauen am Ende kostengünstig wird und nicht billigramschig wirkt, sind Kompromisse zu schließen und gepflegte Vorurteile abzulegen. Und Drittens muss man sich als Planer den wirklich wichtigen Details und Herausforderungen stellen: der Effizienz im Betrieb und dem Komfort. Winters wie sommers.
Von Bad Aibling nach München-Pasing
Einer, der sich das einfache Bauen zur Lebensaufgabe gemacht hat, ist der Münchner Architekt Florian Nagler. Wer sich mit Architektur und Bauen ein wenig beschäftigt, dem werden seine Forschungshäuser in Bad Aibling nicht verborgen geblieben sein. Penibel gemonitort und in einem umfassenden Forschungsbericht en détail dokumentiert, belegen die drei robusten Häuser aus Holz, Mauerwerk und Leichtbeton, dass sich mit bewährten Bauweisen die sommerliche Überhitzung sowie die winterliche Auskühlung ohne übermäßigen Technikschnickschnack gleichermaßen verhindern lassen.
Nun hat er mit seinem Gartenhaus in München-Pasing auf eigenem Grundstück nachgelegt †...