In seinem Artikel Grad genau berechnet im GEB 01-2026 [1] geht Albert Walch auf die Frage ein, wie man die Gebäudeheizlast im Bestand bestimmt. Er führte anschaulich mit Rechenbeispielen verschiedene Verfahren aus der DIN/TS 12831-1 [2] vor. Anhand eines konkreten Projekts verglich er die Ergebnisse dieser Schätzung mit dem Ergebnis des Hüllflächenverfahrens nach DIN EN 12831-1 [3] und kam zu dem Schluss: „Das Nutzerverhalten ist offensichtlich nicht die Ursache für die oft beklagten Unterschiede zwischen den Heizlastberechnungen.“ Im Fazit schreibt er: „Die damit (mit dem Heizgradtagszahl-Verfahren) ermittelte Heizlast ist vergleichbar der Heizlast aus dem Hüllflächenverfahren der DIN 12831.“
Der Aussage halte ich entgegen: Die Erfahrung hat gezeigt, dass Abweichungen in der Größenordnung von 40 Prozent zum Rechenergebnis der DIN EN 12831-1 möglich sind. Im Internet kursiert die Empfehlung, die Auslegung nur auf 70 Prozent der errechneten Heizlast zu legen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die aus den zeitlich gemittelten Verbrauchsdaten ermittelte Heizlast mit der maximalen Heizlast nach dem Hüllflächenverfahren der DIN EN 12831-1 übereinstimmt, da einerseits das Nutzerverhalten unterschiedlich ist und andererseits auch die Berechnungsannahmen in der DIN teilweise unrealistisch beziehungsweise veraltet sind.
Zunächst ist zu begrüßen, dass Walch die Schätzung der Gebäudeheizlast aus den Verbrauchsdaten für den Heizungstausch anhand eines Beispiels darstellt und diese Thematik in der Weiterbildung zum Energieeffizienz-Experten vermittelt. Denn das Thema erhält durch die zunehmende Installation von Wärmepumpen eine besondere Bedeutung.
Für Wärmepumpen mit einer festen Drehzahl sollten ...
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