Energetische Sanierungen verändern Feuchte-, Luft- und Wärmeströme eines Gebäudes. Die folgenden anonymisierten Fälle ereigneten sich bei einer Dachsanierung mit neuen Gauben, einem Fenstertausch in einem Bestandsgebäude und der Installation einer zentralen Wohnungslüftung. Die Schäden entstanden dort, wo der Bestand nicht ausreichend untersucht, ein Anschlussdetail nicht vollständig geplant, die Ausführung verändert oder eine verdeckte Leistung zu spät kontrolliert wurden.
Der Bestand schreibt das Detail
Auf dem Papier beginnt eine Sanierung mit U-Werten, Anlagenkennzahlen und Förderbedingungen. Auf der Baustelle beginnt sie mit der Frage: Was ist tatsächlich vorhanden? Hinter Putz und Bekleidungen können Innendämmungen, Vorsatzschalen oder nicht tragfähige Befestigungsgründe liegen.
Regelwerke geben die Schutzziele vor; die konkrete Lösung muss aus der vorgefundenen Situation entwickelt werden. Wasser muss kontrolliert abgeführt werden und abtrocknen können. Warme Raumluft darf nicht in kalte Bauteilschichten gelangen. Lasten müssen in tragfähige Bauteile eingeleitet werden. Und eine Dämmmaßnahme ist erst vollständig, wenn auch ihre Anschlüsse funktionieren.
Fall 1: Luftleckage in den Dachgauben
Im ersten Fall wurde das Dach eines älteren Wohngebäudes energetisch saniert und durch zwei Gauben in Holzständerbauweise erweitert. Die Gauben erhielten dreifach verglaste Fenster sowie eine hinterlüftete Bekleidung und Dachdeckung aus Titanzink. Die Luftdichtheitsschicht musste vom Bestandsdach über die Gaubenwände bis an Fenster und haustechnische Durchdringungen lückenlos weitergeführt werden [1]. Es stand der Verdacht einer erheblichen Luftundichtheit im Raum.
Der erste Hinweis auf die Sc ...
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Bauschäden bei energetischen Sanierungen
Wenn der Gutachter dreimal klingelt
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