Springe zum Hauptinhalt Springe zum Hauptmenü Springe zur SiteSearch

Studie zeigt: Kommunen profi­tie­ren wirt­schaft­lich von Erneu­er­baren

István - stock.adobe.com

Zwei Drittel der in einer Studie befrag­ten Gemeinden ver­die­nen an Erneuer­baren – die Kom­mu­ni­ka­tion des Bun­des schade jedoch der Akzep­tanz vor Ort.

Eine aktuelle Befragung von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zeigt: Deutschlands Kommunen kurbeln die Energiewende mit großem Engagement an und profitieren wirtschaftlich davon. 66 % der befragten Gemeinden generieren Einnahmen aus erneuerbaren Energieprojekten. Das geht aus einer Studie der Initiative Klimaneutrales Deutschland und des Vereins Heimatwurzeln hervor, an der mehr als 600 Kommunen teilnahmen. 

Die Ergebnisse der Befragung bestätigen damit die Erkenntnisse einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien: Erneuerbare Energien treiben Investitionen, Beschäftigung und Wachstum messbar voran.

„Die Datenlage ist eindeutig: Erneuerbare Energien sind Investitionen in Wohlstand und Zukunftsfähigkeit unserer Kommunen. Die politische Einordnung der Erneuerbaren als reiner Kostenfaktor durch das Bundeswirtschaftsministerium ignoriert die zentralen Erkenntnisse zur regionalen Wertschöpfung“, kritisiert Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des BEE.

Energiewende in kommunaler Infrastruktur verankert

Die aktuelle Befragung unter mehr als 600 Kommunen zeichnet ein klares Bild: Erneuerbare Energien sind in nahezu allen Bereichen der kommunalen Infrastruktur verankert – von Strom über Wärme bis zur Mobilität. Die Energiewende ist vor Ort längst Realität und trägt maßgeblich zur kommunalen Daseinsvorsorge bei.

66 % der Kommunen profitieren von zusätzlichen Einnahmen über Gewerbesteuer, Pachtzahlungen und kommunaler Beteiligung nach § 6 EEG, während gleichzeitig lokale Wertschöpfungsketten gestärkt werden. Dass diese Effekte strukturell wirken, zeigt auch die aktuelle Analyse des Bundeswirtschaftsministeriums.

Netzausbau und Finanzlage als zentrale Hemmnisse

Gleichzeitig benennt die Befragung zentrale Hemmnisse, die den Fortschritt vor Ort bremsen. Für 97 % der Kommunen stellt der unzureichende Netzausbau ein wesentliches Hindernis dar. Hinzu kommen begrenzte finanzielle Spielräume vieler Kommunen: 73 % beschreiben ihre Finanzlage als angespannt.

Zwei Drittel der befragten Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern geben an, dass die Kommunikation der Bundesregierung der Akzeptanz von Erneuerbaren Energieprojekten vor Ort schadet: „Dieser Wert ist alarmierend. Die Kommunen brauchen politischen Rückhalt und keine Signale, die für Verunsicherung sorgen und damit Entscheidungsprozesse und Investitionen ausbremsen“, so Heinen-Esser.

Politischer Rückhalt gefordert

„Die Energiewende ist ein Konjunkturbooster für die Regionen. Sie schafft zusätzliche Einnahmen für Kommunen und stärkt lokale Unternehmen. Die Kommunen haben das wirtschaftliche Potenzial der Energiewende in Zeiten angespannter Haushalte längst erkannt. Jetzt muss sich diese Erkenntnis auch in der Bundespolitik niederschlagen“, betont Heinen-Esser. ■
Quelle: BEE / ml