Die Zeit des „Sorglos-Öls“ ist vorbei. Deutschland steht im Gebäudesektor vor einer gewaltigen Heizkostenexplosion und einer absehbaren Gasnotlage im nächsten Winter – so das Energieinstitut Hessen und der Fachverband Einblasdämmung. Die Sperrung der Straße von Hormus und die niedrigen Füllstände der hiesigen Gasspeicher könnten in Kombination mit dem unnötig hohen Heizenergieverbrauch unserer 23 Millionen Wohn- und Nichtwohngebäude eine Krisensituation schaffen. Dieser Verbrauch sei es, der uns ganz allgemein bei steigenden Energiepreisen und Lieferausfällen in Bedrängnis bringe. Ein hastiger Energieträgerwechsel sei allerdings keine Lösung, weil mittlerweile alle Energien knapp und teuer seien.
Eine alte Erkenntnis: Es kommt auf die Negawatt an
Aus der Energieabhängigkeit führe nur ein Weg, und zwar den Verbrauch zu mindern. Keine neue Erkenntnis, bereits 1979 habe ein damals bahnbrechender Bericht der Harvard Business School (Energy Future: Report of the Energy Project at the Harvard Business School ) darauf hingewiesen: „Die Einsparung von Energie ist wahrscheinlich die billigste, sicherste und produktivste Energiealternative und obendrein ist sie kurzfristig in großen Mengen verfügbar.“ Durch eine einzige Technik, so das Energieinstitut und der FVED weiter, könne der Heizenergieverbrauch in Deutschland dauerhaft um 80 Prozent gesenkt werden – durch den Wärmeschutz der Gebäudehülle. Und das bei steigendem Wohnkomfort. Längst gebe es Häuser, die mit jährlich zwei Litern Heizöl oder zwei Kubikmetern Erdgas pro Quadratmeter Wohnfläche auskämen, während Altbauten noch das Zehnfache benötigten.
FVED
Einblasdämmung als niedriginvestive Energiesparmaßnahme
Unter den Dämmtechniken für Dach, Wand und Decke sticht laut Verband und Energieinstitut die Einblasdämmung als einfach und kostengünstig hervor. Sie sei „kurzfristig in großen Mengen verfügbar“ und am Objekt zügig ausführbar. Der Zeitaufwand liege pro Einfamilienhaus meist bei nur einem Tag. Das Einblasen kostengünstiger Dämmstoffe auf unbeheizte Dachböden, Spitzböden, Abseiten oder in Hohlräume von Bauteilen biete Hauseigentümern damit kurzfristig Schutz vor den explodierenden Heizkosten.
FVED
Im nationalen Maßstab lasse sich der Heizenergieverbrauch durch Einblasdämmtechnik um rund 41 Prozent oder jährlich 45 Milliarden Liter Heizöl beziehungsweise Kubikmeter Erdgas senken, so eine Studie des Energieinstituts Hessen. Allein 675 Millionen Quadratmeter zweischaliger Außenwände oder 497 Millionen Quadratmeter unbeheizte Dachböden ließen sich in kurzer Zeit bei Kosten von unter 50 Euro pro Quadratmeter nachträglich dämmen. Die Einblasdämmung biete als „niedriginvestive Energiesparmaßnahme“ in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten einen bezahlbaren sozialverträglichen Weg aus der Versorgungskrise. Quelle: Energieinstitut Hessen / FVED / ab