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Die Energiezukunft ist erneuerbar und technologieoffen

Erneuerbare Wärmeerzeugung in all ihrer Vielfalt entdecken

Das von Conexio-PSE veranstaltete Symposium fand 2026 erstmals außerhalb der altehrwürdigen Gemäuer des Kloster Banz statt. Mit dem Lokschuppen in Marburg haben die Veranstalter allerdings einen mehr als gleichwertigen Ersatz gefunden. Neben der räumlichen Veränderung öffnet sich die Veranstaltung, die aus dem Symposium Solarthermie und innovative Wärmesysteme hervorgegangen ist, inhaltlich, sodass es beispielsweise für Energieberater*innen zu einem interessanten Termin wird. Denn das Themenspektrum ist breit angelegt und die Möglichkeiten miteinander zu „netzwerken“ großartig.

Vorträge mit hoher technischer Tiefe, Einblicke in Forschung und Entwicklung, praxisnahe Erfahrungsberichte und nicht zuletzt auch so manchen Ausflug über den Tellerrand hinaus machen das Potpourri vielfältig wie die Wärmeerzeugung selbst. Dazu tragen auch spannende Projekte wie eine Flusswasserwärmepumpe in der Dimension eines großen Gebäudes in Mannheim bei. Passend dazu wurde eine Studie über die Potenziale einer Wärmebereitstellung aus Gewässern für Hessen vorgestellt. Denn die Zah der nutzbaren Quellen für Wärmepumpen sind schier unbegrenzt, seien es Abwasser, thermisch aktivierte Bauteile oder PVT. Präsentationen zu kreativen Projekten in der Sanierung ergänzten das Vortragsprogramm. Ergo: Es gab viel zu entdecken.

Der Heizungsbranche tut sich schwer

Der traditionelle Marktbericht der Heizungs- und Solarverbände BDH, BSW und BWP warf einen Blick auf die schwierige Marktlage. Der Zubau an Wärmeerzeugern bewegt sich nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau, der Investitionsstau und die Kaufzurückhaltung spiegeln die Verunsicherung auf Seiten der Nutzer und Anbieter wider – der Boom vor der Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) entpuppte sich als Strohfeuer. Besonders für die Solarthermie.

Die kumulierte Kollektorfläche in Deutschland nimmt erstmals ab. Das ist jedoch eine rein rechnerische Betrachtung, bei der Sonnenkollektoren nach 30 Jahren aus der Statistik fliegen. Größere Freiflächenanlagen sind in den Zubauzahlen der vergangenen zwei Quartale im Übrigen erstmals gut zu erkennen. Ohne sie würden die Markdaten deutlich trauriger ausfallen.

Die Solarthermie als Thema

Die Zahlen zeigen: Größere solarthermische Freiflächenanlagen liegen ganz klar im Trend. Vielerorts werden sie gerade errichtet. Ein schönes Beispiel ist die Anlage in Bracht, unweit von Marburg. Sie konnte im Nachgang des Symposiums besucht werden. Wer dazu keine Möglichkeit hatte, muss nicht lange warten. Auch nächstes Jahr soll es eine Exkursion geben, da wiederum nur einen Steinwurf entfernt, in Rüdigheim demnächst eine Nahwärmeanlage mit 5.500 Quadratmeter Kollektorfläche entsteht.

Andere Beiträge erläuterten weitere Anwendungen für Solarwärme. So beschäftigte sich ein Vortragsblock mit der konzentrierenden Solarenergie, die gerade für die Prozesswärme auch in unseren Breiten überraschend große wie auch ökonomisch interessante Möglichkeiten bietet. In Asien ist man bereits weiter. So hat China in den vergangenen Jahren massiv in diese Technologie investiert.

Das Gebäudemodernisierungsgesetz kommt nicht gut an

Doch Technik ist das eine, unter welchen Rahmenbedingungen sie sich beweisen muss das andere. Einen großen Raum nahm deshalb die Diskussion über die aktuellen regulativen Maßnahmen ein, allen voran über das Gebäudemodernisierungsgesetz. Energieeffizienzexperte Klaus Lamprecht von Econsult stellte nicht nur wichtigsten Änderungen gegenüber dem Gebäudeenergiegesetz vor, sondern erläuterte auch ihre Hintergründe. Sein Fazit, wie auch die Meinung der Teilnehmenden eines Thementisches auf dem Symposium zu dem Thema, fiel nicht sonderlich optimistisch: eher Fluch als Chance.

Interessanterweise könnte jedoch die in letzter Zeit in Privathäusern strauchelnde Solarthermie ein Profiteur der Novelle sein. Die sogenannte Bio-Treppe fordert für fossile Heizungen ab 2029 einen regenerativen Anteil von zehn Prozent, von 15 Prozent ab 2030, von 30 Prozent ab 2035 und von 60 Prozent ab 2040. Die Anforderungen lassen sich alternativ zu umweltfreundlichen Brennstoffen auch mit solarthermischen Anlagen erfüllen. Notiz am Rande: Diese Optionen gelten erstmals, wenn die aktuelle Regierung nicht mehr im Amt sein wird. Eines ist jetzt schon sicher: Planungssicherheit und Verbraucherschutz wurden kurzfristigen populistischen Motiven geopfert.

Matthias Hüttmann

Gentner Energy Media GmbH

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