Bei Öl- und Gaskesseln gehört er zum guten Ton: der Wirkungsgrad (Effizienzwert) auf dem Datenblatt. Werte von 80 bis 90 Prozent bei Niedertemperaturkesseln und 95 bis 98 Prozent bei fossilen Brennwertgeräten vermitteln den Eindruck, nahe am Optimum zu arbeiten und ein besonders effizientes Heizsystem gewählt zu haben. Für die energetische Berechnung wird allerdings der Kehrwert herangezogen: die sogenannte Erzeugeraufwandszahl. Multipliziert man sie mit dem Heizwärmebedarf, ergibt sich die benötigte Endenergie. Aus einem Jahreswirkungsgrad von 80 Prozent wird so eine Aufwandszahl von 1,25, aus 98 Prozent ein Wert von 1,02. Auch hier strebt die Zahl einem Optimum von 1,0 entgegen.
Die Wärmepumpe – wie effizient ist sie wirklich?
Bei Wärmepumpen sucht man solche Angaben vergeblich. Weder ein Jahreswirkungsgrad noch eine Erzeugeraufwandszahl beschreibt ihre hohe Effizienz. Stattdessen kommt eine – insbesondere für Laien – weitgehend unbekannte Größe ins Spiel: die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ.
Die JAZ bringt allerdings gleich mehrere Nachteile mit sich. Sie beschreibt zwar den gewonnenen Nutzen (kWh Wärme) im Verhältnis zur eingesetzten elektrischen Energie (kWhel) – doch sie ist nur eine Kennzahl ohne erkennbaren Energiebezugswert und mit keinem einzigen fossilen Heizsystem direkt vergleichbar.
Zudem suggeriert sie, nach oben hin offen zu sein, obwohl das schon rein physikalisch nicht möglich ist. Und: Der energetische Unterschied zwischen einer JAZ von 2,5 und 3,0 ist keineswegs derselbe wie zwischen 3,5 und 4,0. Die JAZ ist als Effizienz-Zugewinnwert intuitiv nicht greifbar – man ist gezwungen, „um die Ecke zu denken“, um sie richtig einzuordnen. Dem nicht genug, findet sich die JAZ auf kein ...
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