Nach zwei Jahren mit deutlichen Absatzrückgängen steigen die Verkäufe von Pelletheizungen und Pelletkaminöfen 2025 um 14 Prozent auf 35.000 Anlagen. Die für die Erreichung der Klimaziele notwendigen Austauschquoten werden jedoch weiterhin deutlich verfehlt. Auch für 2026 erwartet der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) lediglich einen niedrigen Zubau. Die jüngst angekündigten Anpassungen am Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) bringen laut dem Verband keine spürbaren Impulse für den Markt.
Pelletproduktion ist auf Rekordniveau
Mit einer Jahresproduktion von über 4 Millionen Tonnen behauptet Deutschland seine Spitzenposition als größter Pelletproduzent Europas. Das Qualitätsniveau bleibt hoch: 98 Prozent der in Deutschland hergestellten Pellets entsprechen der höchsten ENplus-A1-Qualitätsstufe. Trotz des Produktionsrekords rechnet der DEPV aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten am Kesselmarkt für das laufende Jahr nicht mit einer weiteren Steigerung.
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Die Produktionskapazitäten sind noch nicht ausgeschöpft. Derzeit wird nur etwa die Hälfte der jährlich anfallenden Sägenebenprodukte zu Pellets verarbeitet. 8,5 von 10 Tonnen werden direkt im Inland verbraucht, während der Außenhandelsüberschuss bei rund 17.000 Tonnen liegt. Hauptabnehmer der exportierten Pellets sind Italien und Österreich. Importe stammen fast ausschließlich aus Nachbarländern.
Politische Rahmenbedingungen bleiben unsicher
2025 war für den Heizungsmarkt erneut von Unsicherheit geprägt. Der DEPV kritisiert die zögerliche Entscheidungsfindung der Bundesregierung. „Statt der von der Bundesregierung erwarteten schnellen, klaren Entscheidungen dümpelte die Debatte um das Erneuerbaren-Ziel beim Heizungstausch zu lange vor sich hin“, erklärt DEPV-Geschäftsführer Martin Bentele. Die Branche habe auf eine Trendumkehr beim Kesseltausch gehofft, diese sei jedoch ausgeblieben. Investitionen in Produktion, Personal und Handwerk seien teilweise bereits wieder zurückgefahren worden.
Positiv wird die geplante Absicherung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bis mindestens 2029 bewertet. Entscheidend sei, dass Fördersystematik und Förderniveau erhalten bleiben. Laut Bentele bedürfe es praxistaugliche Übergangslösungen sowie Vereinfachungen statt neuer komplizierter Detailregelungen. Für das Erreichen der Klimaziele müssten alle erneuerbaren Wärmelösungen sinnvoll eingesetzt werden. Auch ein Ordnungsrecht für den Einsatz erneuerbarer Energien sei weiterhin notwendig.
Entwicklung der Anlagenzahlen und Einsparpotenziale
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Für 2026 rechnet die Branche mit einem ähnlichen Absatz wie im Vorjahr: 13.000 luftgeführte Pelletkaminöfen, 23.250 Pelletkessel bis 50 Kilowatt sowie wasserführende Pelletkaminöfen und 750 größere Pelletfeuerungen sowie Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Damit wären bis Ende 2026 rund 777.500 Pelletanlagen in Deutschland in Betrieb.
Der Modernisierungsbedarf bleibt hoch: Fast jede zweite Ölheizung in Deutschland ist älter als 30 Jahre. Die geplante Abschaffung der Austauschpflicht für alte Heizungen wird kritisch gesehen. „Dass die Austauschpflicht von 30 Jahre alten Heizungen abgeschafft werden soll, sehen wir daher mit Sorge. Unsere kompetenten Pelletfachbetriebe stehen beim Heizungstausch in den Startlöchern“, betont Bentele.
Pelletheizungen tragen mittlerweile jährlich rund 4,6 Millionen Tonnen CO₂ -Äquivalente zur Emissionsminderung bei – das entspricht den Emissionen von etwa 2 Millionen durchschnittlichen Pkw. Die erzeugte Wärme aus Pellets lag 2024 bei rund 17 Terawattstunden und deckte damit neun Prozent des erneuerbaren sowie knapp 1,7 Prozent des Gesamtwärmeverbrauchs.
Pelletheizungen sind wirtschaftlich und geben Versorgungssicherheit
Pelletheizungen bieten nicht nur Klimavorteile, sondern auch Komfort und Kosteneinsparungen für Betreiber. Mit Förderquoten von bis zu 70 Prozent erleichtert der Staat derzeit Investitionen in neue Pelletheizungen und wasserführende Pelletkaminöfen. Holzenergie ist nicht vom CO₂-Preis betroffen, was für eine langfristige Preisstabilität sorgt. Im vergangenen Winter waren Pelletheizungen zusammen mit Erdwärme die günstigste Heizoption. Der durchschnittliche Pelletpreis lag bei 343 Euro pro Tonne und damit rund 34 Prozent niedriger als während der Energiekrise 2022.
Die Versorgungssicherheit ist durch die hohe Inlandsproduktion und den zertifizierten ENplus-Pellethandel gewährleistet. Rund 80 Prozent der in Deutschland verkauften Pellets werden unter den strengen Vorgaben des ENplus-Siegels vertrieben. Die Händler sorgen für qualitätsschonende Lieferung, Lagervorräte und Sicherheit beim Endkunden.
Ausblick
Trotz positiver Produktionsentwicklung und stabiler Versorgung bleibt der Absatzmarkt für Pelletheizungen von politischer Unsicherheit geprägt. Die Branche fordert klare Rahmenbedingungen und eine verlässliche Förderung, um das Potenzial der Pellettechnologie als Baustein der Wärmewende voll auszuschöpfen. ar / DEPV