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Verbände wehren sich gegen Ausweitung der VDI 2047

FGK und RLT-Herstellerverband lehnen die geplante Ausweitung der VDI 2047 auf adiabatische Kühlung in RLT-Anlagen ab und warnen vor höheren Betriebs- und Wartungskosten.

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FGK und RLT-Herstellerverband lehnen die geplante Ausweitung der VDI 2047 auf adiabatische Kühlung in RLT-Anlagen ab und warnen vor höheren Betriebs- und Wartungskosten.

Der Fachverband Gebäude-Klima sowie der Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte lehnen den Entwurf zur VDI 2047 ab. Die Verbände warnen vor Mehrkosten ohne Nutzen.

Für Hygieneanforderungen an raumlufttechnische Anlagen gilt bisher die VDI-Richtlinie 6022 „Hygieneanforderungen an Raumlufttechnik und Raumluftqualität“. Derzeit wird die VDI-Richtlinie 2047 „Rückkühlwerke (VDI-Kühlturmregeln)“überarbeitet. Der Entwurf weitet den Anwendungsbereich von Verdunstungskühltürmen auf die indirekte adiabatische Kühlung in RLT-Anlagen aus.

Der Fachverband Gebäude-Klima (FGK) und der Herstellerverband RLT Geräte (RLT-Herstellerverband) lehnen das ab. Sie sehen darin eine Doppelregulierung. Beide Verbände erwarten Unsicherheiten sowie deutlich höhere Kosten für Betrieb und Wartung. Die adiabatische Kühlung in RLT-Anlagen gelte als energieeffiziente, förderwürdige und bisher kostengünstige Kühlmethode. Einen zusätzlichen Nutzen der weiteren Anforderungen sei nicht zu erkennen.

Verbände grenzen Kühltürme von adiabatischer Kühlung ab

FGK und RLT-Herstellerverband haben Einspruch eingelegt: Sie halten eine Anwendung der VDI 2047 auf die adiabatische Kühlung in RLT-Anlagen für den falschen Weg. Manuel Speiseder, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Luftbefeuchtung im FGK, betont: „Zwischen Kühltürmen und der adiabatischen Kühlung in RLT-Anlagen bestehen riesige Unterschiede“. Speiseder erläutert: „Bei Kühltürmen handelt es sich in der Regel um offene Systeme, die der Umwelt ausgesetzt sind und typischerweise nicht mit Trinkwasser betrieben werden. Hier besteht ein reales Risiko, dass sich Legionellen vermehren und Aerosole die Keime in die Umgebung tragen. Eine zeitgemäße adiabatische Kühlung in einer RLT-Anlage arbeitet hingegen ohne Austrag von Aerosolen und verwendet – wie ein Luftbefeuchter – hygienisch einwandfreies Wasser in Trinkwasserqualität.“

Für die Hygiene bleibt die mikrobiologische Beschaffenheit des Wassers entscheidend. Auch die VDI 2047 verweist darauf.

Verbände halten VDI 6022 für ausreichend

Beide Verbände wollen die Hygieneaspekte der indirekten adiabatischen Kühlung weiter in der VDI 6022 regeln. Sie verweisen dabei auf die Behandlung von Befeuchtungseinrichtungen in Zu- und Abluftstrecken. Martin Törpe, Technischer Referent beim RLT-Herstellerverband, erklärt: „In der VDI 6022 Blatt 1 steht unter Punkt 7.6.6, dass Befeuchtungseinrichtungen in RLT-Geräten auf der Zuluft- und der Abluftseite die gleichen Anforderungen erfüllen müssen, wenn es zu einer Beeinflussung der Zuluft durch die Abluft kommen kann. Es braucht also keine weitere Richtlinie.“

Anhörungen führen das Verfahren fort

Ende Juni fanden erste Anhörungen zu den Einsprüchen statt. Den überarbeiteten Entwurf der VDI 2047 erwarten FGK und RLT-Herstellerverband für Ende 2026. Törpe resümiert: „Ich hoffe, dass die adiabatische Kühlung wieder aus der VDI-Richtlinie 2047 gestrichen wird. Es wäre deutlich sinnvoller, die VDI 6022 dahingehend zu ergänzen, dass auch Systeme ohne eine direkte Beeinflussung der Zuluft ausdrücklich erfasst werden. Das wäre von Vorteil für die Sache, für unsere Branche und für den Fortbestand einer klimafreundlichen, energieeffizienten Kühlung.“ Quelle: ar / FGK / RLT-Herstellerverband