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Fraunhofer ISE: App für schnel­le­re Wär­me­pum­pen­pla­nung

Die „Heat Pump PlanAR“-App soll die virtuelle Planung von Heizungsanlagen erleichtern und verschiedene Arbeitsschritte in einer einzigen Anwendung bündeln. Ziel ist es, den Einbau von Wärmepumpen zu beschleunigen und Handwerksbetriebe zu entlasten.

Herausforderungen im Wärmepumpen-Einbau

Die Beschleunigung der Wärmepumpeninstallation ist ein zentrales Ziel im aktuellen Marktumfeld. Handwerksbetriebe äußerten im Rahmen des Projekts „WESPE“ den Wunsch nach einem integrativen Werkzeug, um den zeitaufwändigen Datentransfer zwischen verschiedenen Anwendungen für die Bestandserfassung, technische Auslegung oder Angebotserstellung zu vermeiden.

Annette Uhl, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer ISE, betont, dass der Prozess ein kontinuierliches Hinterfragen der Arbeitsabläufe und eine Analyse von Fehlern und Schwierigkeiten erfordert. Frank Senger, Vizepräsident des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), weist darauf hin, dass Fachkräften in SHK-Betrieben vor allem Zeit fehlt, obwohl die Auftragslage gut ist.

Die App „Heat Pump PlanAR“ wird im Heizungskeller erprobt. Die Komponenten des Heizungsschemas werden dabei in Augmented Reality vor den Hintergrund projiziert.

Fraunhofer ISE / mit KI verändert

Die App „Heat Pump PlanAR“ wird im Heizungskeller erprobt. Die Komponenten des Heizungsschemas werden dabei in Augmented Reality vor den Hintergrund projiziert.

Digitale Unterstützung durch „Heat Pump PlanAR“

Als Antwort auf diese Herausforderungen wurde die „Heat Pump PlanAR“-App entwickelt. Sie ist ein workflow-übergreifendes Tool, das den Installationsprozess beschleunigen und Betriebe entlasten soll. SHK-Handwerker können mit der App bereits beim ersten Kundenbesuch verschiedene Anlagen-, Verrohrungs- und Aufstellungsvarianten einer Wärmepumpe virtuell durchspielen. Dies vereinfacht die Angebotserstellung und den Kostenvergleich unterschiedlicher Varianten. Zudem verbessert die App die Kommunikation zwischen Mitarbeitenden im Betrieb und auf der Baustelle. Der herstellerneutrale Prototyp entstand im Rahmen des Verbundprojekts „WESPE“ und wurde in enger Abstimmung mit Handwerksbetrieben konzipiert.

Demonstrationsvideo der App:

Funktionsweise der App

Die auf einem Tablet installierte App erfasst den Heizungsraum per dreidimensionalem Scan. Anschließend wählen die Nutzenden ein passendes Anlagenschema aus einer Datenbank. Das System platziert die Hauptkomponenten automatisch im erfassten Raum und berechnet eine kostenoptimierte Verrohrungsplanung. Die Konfiguration kann mittels Augmented Reality (AR) im Raum visualisiert und bei Bedarf manuell angepasst werden. Nachträgliche Änderungen sind in einer Virtual Reality (VR)-Ansicht auch vom Schreibtisch aus möglich. Abschließend exportiert die App eine Stückliste der benötigten Materialien sowie Angaben zur prognostizierten Installationszeit. Die App oder einzelne Bestandteile stehen Softwareanbietern zur Integration und Weiterentwicklung zur Verfügung. Funktionen wie die Positionsoptimierung von Komponenten oder das Autorouting für Verrohrungen sind als lizenzierbarer Webservice zugänglich.

In der Virtual Reality-Ansicht der „Heat Pump PlanAR“-App kann die Anordnung der Komponenten im Heizungsraum überprüft werden.

Fraunhofer ISE

In der Virtual Reality-Ansicht der „Heat Pump PlanAR“-App kann die Anordnung der Komponenten im Heizungsraum überprüft werden.

Ergebnisse des WESPE-Projekts

Das dreijährige Forschungsprojekt „WESPE“ (Wärmepumpen-Einbau Schneller, Produktiver und Effizienter) wurde vom ZVSHK koordiniert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Das Projekt reagiert auf eine Absatzsteigerung von 40 Prozent bei Wärmepumpen im Vorjahreshalbjahr. Neben der App des Fraunhofer ISE wurden zwei weitere Online-Angebote entwickelt: der „WESPE-Check“ ermöglicht SHK-Betrieben eine kostenlose Selbsteinschätzung der eigenen Prozesse, und eine Wissensplattform ist ab dem 5. Oktober 2026 verfügbar. Die Abschlussveranstaltung, bei der die Ergebnisse präsentiert wurden, fand am 17. September in Berlin statt. Beteiligt am Projekt waren das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, die Hans Schramm GmbH, die SHK-Innung Berlin sowie 15 Handwerksbetriebe. ■
Quelle: Fraunhofer ISE / fl