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Energieberatungsverband kritisiert Gebäudemodernisierungsgesetz

„Mit diesem Gesetz verabschieden wir uns nun ganz offiziell und ohne erkennbaren Mehrwert von unseren Klimazielen.“ Neben den steigenden Kosten für öffentliche wie private Haushalte kritisiert Jutta Maria Betz, Vorstand des Deutschen Energieberater-Netzwerks (DEN), den Wegfall der verpflichtenden Beratung beim Heizungstausch sowie die Streichung der Pflicht zum Energiebedarfsausweis beim Verkauf von Wohngebäuden.

Bio-Treppe festigt Abhängigkeiten

Auch die sogenannte Bio-Treppe, die bei neuen fossilen Heizungen ab 2029 eine zunehmende Beimischung von klimaneutralen Brennstoffen vorsieht, kommt nicht gut weg: „Die Gaspreise werden in den kommenden Jahren deutlich steigen und damit sowohl private als auch öffentliche Haushalte stark belasten. Die Koalition schafft und festigt hier Abhängigkeiten, formuliert ein Gesetz, das alles andere als technologieoffen ist.“ Aus Sicht des Verbandes ist es daher nicht nachvollziehbar, dass die verpflichtende Energieberatung beim Heizungstausch gestrichen werden soll.

Pflicht zu Bedarfsausweis soll gestrichen werden

Auch die Tatsache, dass Bedarfsausweise für Wohngebäude bei Verkauf oder Vermietung künftig nicht mehr verpflichtend erstellt werden müssen, sieht der Verband kritisch. „Der Gesetzgeber muss vermeiden, dass Bestandsbauten mit einem hohen Sanierungsstau ‚schöngespart‘ werden können“, sagt Betz. Mit der Pflicht zu einer Gebäudebewertung würde sichergestellt, dass energetisch schlechte Gebäude schrittweise auf ein höheres Effizienzniveau gebracht werden. Das DEN fordert nicht nur die Wiedereinführung der Pflicht zum Bedarfsausweis bei Wohngebäuden, sondern auch eine Vereinheitlichung der Energieausweise auf Basis der Bedarfsbilanzierung. Weitere detailliertere Nachbesserungen schlägt der Verband in einer Stellungnahme vor. Quelle: DEN/jb