Bei der Heizungssanierung kann die Heizlastberechnung zu unterschiedlichen Ergebnisen und dadurch zu Verunsicherungen führen. Denn die DIN EN 12831 [1] und die nationalen Ergänzungen der DIN/TS 12831-1 [2] ermöglichen die Berechnung der Heizlast nach unterschiedlichen Verfahren. Die Differenzen zwischen dem sogenannten Hüllflächenverfahren der DIN EN 12831 und den verbrauchsorientierten Verfahren der DIN/TS 12831-1 werden unter anderem mit dem Nutzerverhalten begründet.
Berechnungen im Rahmen einer Weiterbildung zum Energieeffizienz-Experten an der Universität Kassel kommen zu einem anderen Ergebnis. Dort wurde die Heizlast für eine Bestandsgebäude mit allen Methoden bestimmt. Das verbrauchsorientierte Verfahren auf Basis des Gesamtwärmeverlustkoeffizienten H in Verbindung mit den Heizgradtagen hat zum gleichen Ergebnis geführt wie das Hüllflächenverfahren. Alle vier Verfahren der DIN führen zum gleichen Gesamtwärmeverlustkoeffizient H. Die Ursache für die unterschiedlichen Heizlasten liegt demnach nicht im Nutzerverhalten, sondern in den unterschiedlichen Temperaturdifferenzen.
Gebäudeheizlast nach dem Hüllflächenverfahren
Beim Hüllflächenverfahren dient das Gebäude als Bilanzierungsebene. Die Heizlast ΦHL einer Gebäudeeinheit oder eines Gebäudes wird über alle Teilflächen der beheizten Hülle berechnet. Im Weiterbildungskurs der Uni Kassel war bereits ein individueller Sanierungsfahrplan erstellt worden, bauphysikalische Kenngrößen lagen also vor und konnten entsprechend dem Verfahren „Last aus Bedarf“ für die Berechnung der Heizlast verwendet werden [3].
Das Hüllflächenverfahren an sich steht nicht infrage und soll nicht weiter betrachtet werden. Das Ergebnis daraus dient jedo ...
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Gebäudeheizlast mit Heizgradtagen berechnen
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