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Vor der Kabinettsentscheidung zum Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verlangt die Deneff, die wirtschaftliche Bedeutung der Energieproduktivität in den Mittelpunkt zu rücken.
Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) sieht in der anstehenden EnEfG-Novelle einen Hebel für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum. Verbindliche Einsparziele bleiben aus ihrer Sicht unverzichtbar. Effizienztechnologien eröffnen zusätzliche Potenziale.
Wirtschaft wächst, Energieverbrauch sinkt
Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deneff, verweist auf die historische Entwicklung: „Deutschland hat über Jahrzehnte bewiesen, dass steigender Wohlstand und sinkender Energieverbrauch zusammen möglich sind. Unsere Wirtschaft ist seit 1990 real um rund 50 Prozent gewachsen, während der Energieverbrauch gleichzeitig sogar gesunken ist. Genau diese Fähigkeit, mit weniger Energieeinsatz mehr wirtschaftliche Leistung zu erzielen, war lange eine besondere Stärke des Standorts Deutschland.“
Im internationalen Vergleich verliert Deutschland nach Einschätzung der Deneff an Dynamik. Trotz hoher Energiepreise befinden sich Investitionen in die Gebäudesanierung auf einem Tiefpunkt. Auch in Industrieprozessen bleiben wirtschaftliche Effizienzpotenziale ungenutzt. Andere Volkswirtschaften steigern ihre Energieproduktivität schneller und setzen moderne Effizienztechnologien zügiger ein.
Verbindliche Ziele geben dem Markt Orientierung
Noll betont: „Die entscheidende Frage lautet, ob Deutschland es sich leisten kann, bei Energieproduktivität und Wettbewerbsfähigkeit weiter zurückzufallen. Die größten Wachstumsverluste entstehen dort, wo wirtschaftlich sinnvolle Potenziale ungenutzt bleiben. Jede unproduktiv verschwendete Kilowattstunde verursacht Kosten, die für Innovation und Investitionen fehlen.“
Die Deneff hält die verbindlichen Energieeinsparziele im EnEfG deshalb für unverzichtbar. Sie bilden einen Orientierungsrahmen für Politik, Verwaltung und Märkte. Ohne klare Ziele fehle der politische Kompass, um wirtschaftlich rentable Effizienzpotenziale systematisch zu erschließen. Gemeinsam mit den konkreten Regelungen im EnEfG und der Förderpolitik entstünden Leitplanken, an denen sich die Novelle messen lassen müsse.
Digitalisierung und KI heben zusätzliche Potenziale
Aus Sicht der Deneff sind künftig höhere Effizienzfortschritte möglich als bislang angenommen. Moderne Produktionsverfahren, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, intelligente Steuerungstechnik, Energiemanagement, Abwärmenutzung sowie innovative Materialien und Gebäudetechnologien eröffnen zusätzliche Spielräume.
„Technische Innovationen made in Germany ermöglichen heute Effizienzfortschritte, die vor wenigen Jahren noch nicht vorstellbar waren“, erklärt Noll. „Wer diese Potenziale erschließt, senkt Kosten, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und schafft neue Investitionsspielräume. Energieeffizienz ist ein Produktivitäts- und Innovationsprogramm für den Standort Deutschland.“
Gebäudesanierung sichert 600.000 ArbeitsplätzeDie Energieeffizienzbranche zählt selbst zu den bedeutenden Wirtschaftsfaktoren. Allein an der Gebäudesanierung hängen rund 600.000 Arbeitsplätze sowie etwa 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Noll resümiert: „Deutschland braucht keine Debatte über niedrigere Ambitionen. Deutschland braucht eine Debatte darüber, wie wir wieder zu den produktivsten und wettbewerbsfähigen Volkswirtschaften Europas werden – mit einer sicheren Energieversorgung zu bezahlbaren Kosten. Das Energieeffizienzgesetz ist eines der entscheidenden Instrumente, um diesen Weg schneller zu gehen.“ ■
Quelle: Deneff / oja