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Der Fachverband Holzenergie (FVH) im Bundesverband Bioenergie e.V. kritisiert den Entwurf zur Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK). Der Verband moniert, dass zentrale energie- und klimapolitische Realitäten nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Er fordert eine Anpassung der Klimaziele für CO2-Senken im Landnutzungssektor an realistische Projektionen und eine stärkere Berücksichtigung des Ersatzes fossiler Energieträger durch nachhaltige Holznutzung als Klimaschutzbeitrag.
Kritik an unrealistischen CO2-Senken-Zielen
Der FVH weist darauf hin, dass die Senkenleistung von Wäldern stark von Klima- und Wetterextremen, Dürre, Kalamitäten und der Altersstruktur der Bäume abhängt. Dies steht im Gegensatz zum direkt steuerbaren Umbau der Energieversorgung. Die Bundeswaldinventur IV zeigt, dass die Senkenleistung des Waldes unter diesen Bedingungen deutlich zurückgeht.
Gerolf Bücheler, Geschäftsführer des FVH, erklärt: „Wer Klimaschutz ernst nimmt, muss die begrenzte Steuerbarkeit natürlicher Senken anerkennen und zugleich dort handeln, wo Klimaschutz sofort wirkt: beim Ersatz fossiler Energien. Statt unrealistische LULUCF-Ziele immer weiter fortzuschreiben, braucht es eine ehrliche Debatte über erreichbare Ziele und wirksame Maßnahmen. Nachhaltige Holzenergie leistet einen unverzichtbaren Beitrag, um Kohle, Öl und Gas schnell zu ersetzen.“
→ Stellungnahme zur Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz
Bedeutung der Holzenergie für die Energiewende
Besonders kritisch bewertet der FVH die Ausführungen im Themenbereich „Wälder und Holznutzung“. Der Entwurf erkenne zwar die Bedeutung von Wald, Waldbewirtschaftung und Holzverwendung sowie die Substitutionswirkung von Holz grundsätzlich an. In den vorgeschlagenen Maßnahmen bleibe jedoch unberücksichtigt, dass Deutschlands Energieversorgung weiterhin überwiegend auf fossilen Energieträgern basiert und noch rund 80 Prozent des Primärenergieverbrauchs auf Kohle, Öl und Gas entfallen.
Der Verband warnt davor, erneuerbare Wärmelösungen gegeneinander auszuspielen. Bücheler dazu: „Es macht fassungslos, wie man bei einem Anteil von lediglich 6 Prozent erneuerbarer Wärme in der Industrie auf die Idee kommen kann, die ‚Substitution der holzbasierten Wärmeproduktion‘ in diesem Bereich zu fordern, anstatt möglichst schnell fossile durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Dies zeigt eine gefährliche ideologische Verblendung in Teilen der Regierung in Bezug zur Holzenergie: Solche Ideen festigen den Verbrauch und damit den Import von Öl und Gas – völlig ungeachtet von Kriegen und Krisen.“ Entscheidend sei, fossile Wärmeerzeugung ambitioniert durch erneuerbare Lösungen zu ersetzen.
Forderung nach breiterem Runden Tisch und angepasstem Rechtsrahmen
Der FVH empfiehlt, bei dem geplanten „Runden Tisch zur Energie- und Wärmewende“ auch die zuständigen Ministerien für Wirtschaft und Energie, Bauen sowie Land- und Forstwirtschaft einzubeziehen. Ziel sei es, Empfehlungen zu entwickeln, die eine schnelle Substitution fossiler Energien im Energie- und Wärmebereich fördern. Andernfalls sei der Runde Tisch seinen Namen nicht wert, so Bücheler.
Der Verband kritisiert zudem die geplante Anpassung des Rechtsrahmens für Biomassekraftwerke. Die Vermeidung der Umrüstung von Kohlekraftwerken bereits ab einer Leistung von 5 Megawatt erscheine willkürlich gewählt und verkenne den Beitrag von Holzenergie zur Defossilisierung.
Bücheler erklärt abschließend: „Gerade im Leistungsbereich um 5 Megawatt, wie er beispielsweise in Wärmenetzen oder in der industriellen Kraft-Wärme-Kopplung eingesetzt wird, lassen sich Anlagen nachhaltig aus regional anfallenden Holzsortimenten versorgen. Diese Heizwerke und Heizkraftwerke leisten nicht nur einen Beitrag zur Substitution fossiler Energien, sondern auch zur Inwertsetzung stofflich nicht nutzbarer Holzsortimente und zur regionalen Wertschöpfung. Statt entsprechende Umstellungen zu erschweren, sollten Biomasseanlagen zur Wärmeerzeugung oder mit Kraft-Wärme-Kopplung gezielt über Förderprogramme unterstützt werden.“ ■
Quelle: FVH / fl