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Fenster - Ersatzmaßnahme

Neben der Anforderung an den U-Wert von Fenstern fordert die KfW, dass der Dämmwert von Wand/Dach besser sein muss als die neuen Fenster. Sie bietet jedoch in den technischen Mindestanforderungen eine Alternative an (Zitat):

Bedingung für die Förderung von Fenstern und Fenstertüren ist, dass der U-Wert der Außenwand und/oder des Daches kleiner ist als der UW-Wert der neu eingebauten Fenster und Fenstertüren. Diese Mindestanforderung darf gleichwertig erfüllt werden, indem durch weitere Maßnahmen Tauwasser- und Schimmelbildung weitestgehend ausgeschlossen werden. Weitergehende Erläuterungen finden sich in dem Infoblatt "Liste der Technischen FAQ" (häufig gestellte Fragen).

In den Technischen FAQ steht dann (Zitat):

Mit der Mindestanforderung bei Erneuerung von Fenstern, dass der U-Wert der Außenwand und/oder des Daches kleiner sein muss als der UW-Wert der neuen Fenster, soll das Risiko des Tauwasserausfalls im Bereich der Außenwände bzw. des Daches weitestgehend und pauschal ausgeschlossen werden.
Die Mindestanforderung darf gleichwertig erfüllt werden, indem durch weitere Maßnahmen Tauwasserbildung weitestgehend ausgeschlossen wird. Die Einhaltung der Mindestanforderung mit gleichwertigen Maßnahmen ist nachweislich zu dokumentieren.Als gleichwertige Maßnahmen gelten dabei:
- Die feuchtetechnische Untersuchung und entsprechende Sanierung der Wärmebrücke am Fensteranschluss (...)
und
- Die Feststellung, ob lüftungstechnische Maßnahmen zur Gewährleistung eines ausreichenden Luftwechsels notwendig sind. (Siehe FAQ Nummer 8.01 "Lüftungskonzept").
Der Bauherr ist über das Ergebnis zu informieren. Die Umsetzung von ggf. erforderlichen lüftungstechnischen Maßnahmen verantwortet der Bauherr.

So wie ich das verstehe müssen entweder die identifizierten Schwachpunkte saniert werden oder es muss auf notwendige lüftungstechnische Maßnahmene geprüft werden, wobei hier nicht einmal etwas umgesetzt werden müsste, wenn es der Bauherr verantwortet.

Wenn also die Wände schlechter sind brauche ich nach exakter Auslegung des Wortlautes als Ersatzmaßnahme also nur ein Lüftungskonzept machen. Sehe ich das richtig.

(Bitte keine Diskussion über Sinn und Unsinn dieses Vorgehens!)

Datum: 25.05.2018 10:13:23

Re: Fenster - Ersatzmaßnahme

Liebe Kollegen,

im Text steht dort ein "und" und kein "oder".

Das Lüftungskonzept ist in 99% der Fälle obligatorisch.

Im Klartext bedeutet es, dass man für die drei üblichen Fensteranschlüsse (Seite, oben, unten) kurzerhand eine Wärmebrückenbetrachtung für frsi macht und damit prüft, ob der geplante Fensteranschluss nach Sanierung in Ordnung ist.
Wenn nein --> ändern!
Wenn ja --> dokumentieren und abheften.

Gruß
Robert Heinicke
Datum: 29.05.2018 12:09:10

Re: Fenster - Ersatzmaßnahme

Wir haben im Büro auch länger diskutiert. Möglicherweise meint die KfW das, wie sie es auch interpretieren. Wenn man aber beide Ersatzmaßnahmen erfüllen müsste dann muss es heißen: "Als gleichwertige Maßnahme gilt dabei: (...) und (...)". Da aber "Als gleichwertige Maßnahmen gelten dabei:" formuliert ist bedeutet dies eigentlich, dass es eine Auswahlmöglichkeit gibt.

Datum: 29.05.2018 12:56:37

Re: Fenster - Ersatzmaßnahme

Gute Frage. In früheren Versionen der FAQ hieß es "Gleichwertige Maßnahmen stellen dabei ... die Sanierung der Wärmebrücke dar, wie auch der kritischen Wärmebrücken im jeweiligen Raum..., sowie das Prüfen eines ausreichenden Luftwechsels..." Ich habe dies immer so verstanden, dass sowohl die Wärmebrücken am Fenster und im Raum saniert werden müssen, als auch ein Lüftungskonzept erstellt werden muss. In der aktuellen Fassung der FAQ lautet die Formulierung etwas anders, so dass ich geneigt bin, Ihrer Interpretation zu folgen. Allerdings bleibt eine gewisse Unsicherheit, so dass ich im Zweifelsfall bei der KFW nachfragen würde.
Datum: 29.05.2018 12:38:11

Re: Fenster - Ersatzmaßnahme

Ich habe bei der KfW nachgefragt und folgende Antwort erhalten:

"Nach Nummer 1.1.2 der Anlage zum Merkblatt „Technische Mindestanforderungen“ (152/430) besteht bei der Erneuerung von Fenstern die Mindestanforderung, dass der U-Wert der Außenwand und/oder des Daches kleiner ist als der UW-Wert der neu eingebauten Fenster. Dazu heißt es: „Diese Mindestanforderung darf gleichwertig erfüllt werden, indem durch weitere Maßnahmen Tauwasser- und Schimmelbildung weitestgehend ausgeschlossen werden.“

Im Infoblatt "Liste der Technischen FAQ" sind die dazu mindestens erforderlichen weiteren Maßnahmen in FAQ Nummer 7.02 aufgelistet. Es handelt sich hierbei um eine „Und-Regelung“. Als Mindestanforderung ist danach die Wärmebrücke am Fensteranschluss feuchtetechnisch zu untersuchen und entsprechend zu sanieren UND es ist festzustellen, ob lüftungstechnische Maßnahmen zur Gewährleistung eines ausreichenden Luftwechsels notwendig sind."

Datum: 26.06.2018 09:43:55

Re: Fenster - Ersatzmaßnahme

Zitat: "...soll das Risiko des Tauwasserausfalls im Bereich der Außenwände bzw. des Daches weitestgehend und pauschal ausgeschlossen werden..."

Ich verstehe nicht, warum sich viele immer auf die Aussagen von KfW stützen, verlassen oder dort konkrete Verhaltensmaßnahmen erwarten. Geht etwas schief, ist der Energieberater in der Haftung, wenn er vorher beraten hat. Ich habe noch nie erfahren, dass die KfW die Haftung übernommen hätte.

Deshalb mein Appell an die jungen Kollegen: Lasst doch mal den U-Wert der Wand außen vor. Es geht doch darum, dass keine Feuchteprobleme an der Wand auftreten. Dämmung ist nur eine Möglichkeit, die innere Oberflächentemperatur zu erhöhen. Lüftung ist recht schön und gut, wenn aber der Luftstrom die betroffenen Flächen nicht erreicht oder erreichen kann, bringt es auch wenig. Also müssen weitere Alternativen einbezogen werden wie z. B. Deckenheizung, Fußleistenheizung, Oberflächentemperierung durch eingeputzte Heizung, partielle Wandheizung und last not least auch das Benutzerverhalten. Und wenn statt drei Scheiben nur zwei eingebaut werden, wäre denn das so schlimm? Auch die Nutzung des GMV funktioniert manchmal ganz gut.
Datum: 26.06.2018 14:10:41

Re: Fenster - Ersatzmaßnahme

>>Der Bauherr ist über das Ergebnis zu informieren. Die Umsetzung von ggf. erforderlichen lüftungstechnischen Maßnahmen verantwortet der Bauherr.<<


Ich hatte dsbzgl. schriftlichen Kontakt mit den Fachberatern der KFW.
Diese Entscheidungsfreiheit der Bauherrschaft existiert nur, wenn keine bauphysikalischen Problembereiche bestehen.


Bei dem konkreten Bv. ging es um eine Außenwand eines denkmalgeschützen Hauses. Uw=1,3 W/m2K und AW U =1,4 W/m2K.
Mein Vorschlag zu den "Ersatzmaßnahmen" war: innere Laibungsdämmung und LTM, damit die rel. Luftfeuchte unter 45% bleibt und somit das Schimmelpilzkriterium für die Außenwandaußenecken eingehalten wird.


Die Lösung der Bauherrschaft bestand darin, mir zu kündigen und einen anderen KFW-SV einzuschalten. Bei dem gabs keine Probleme ;-)




Datum: 27.06.2018 12:35:23

Re: Fenster - Ersatzmaßnahme

Der andere SV müsste dann aber auch ein Energieberater für Baudenkmale sein. Eigentlich sind unsereiner doch sensibilisiert, dachte ich. Ich habe ein denkmalgeschütztes Gebäude mit ähnlichen Werten. Meine Wärmebrückenberechnung gibt ein muss zur Laibungsdämmung. Auf LTM kann ich verzichten, wie im Vorfeld schon gesagt, der Luftstrom muss auch die kritischen Stellen erreichen. Besser den Kunden verlieren als hinterher Scherereien zu haben, wobei wir am Lüftungsverhalten der Kunden immer scheitern können. Gruß, Dietmar Krebber

Datum: 27.06.2018 14:22:09

Re: Fenster - Ersatzmaßnahme

>>Der andere SV müsste dann aber auch ein Energieberater für Baudenkmale sein. <<
ja, so war das

>>Eigentlich sind unsereiner doch sensibilisiert, dachte ich. <<
Ich war wirklich überrascht.

Da die Bauherrschaft meine Aufwendungen bezahlt hatte, und unser Verhältnis stark auf dem absteigenden Ast war, habe ich dem Projekt nicht hinterhergeweint.

Aber ich hatte zu dem Zeitpunkt das Gefühl, dass ich diese Belange der Details etwas zu eng sehe.
Die Fragetsellung des Threaderöffners zeigt aber, dass ich mit meinen Detailüberlegungen nicht alleine bin ;-)
mfg


Datum: 27.06.2018 14:59:11

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