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Digitales Energiemanagement mindert Energieverbrauch in Pflegeeinrichtungen

Pflegeeinrichtungen zählen zu den energieintensiven Bereichen der Gebäudewirtschaft, doch wie kann hier der Energieverbrauch gesenkt werden? Die Compassio Gruppe ist ein privater Pflegeanbieter in Deutschland und hat ihren Energieverbrauch um insgesamt 5,8 Gigawattstunden reduziert und dadurch rund 1,14 Millionen Euro gespart. Um das zu erreichen nutzt das Unternehmen seit 2023 ein digitales Energiemanagementsystem des Softwareanbieters Empact, welches Verbrauchsdaten standortübergreifend erfasst, analysiert und vergleicht.

Gegenüber dem Basisjahr sank der Strombezug 2025 um rund 14,2 Prozent von etwa 15,4 auf 13,2 Gigawattstunden. Die Einsparung entspricht dem jährlichen Verbrauch von rund 439 Einfamilienhäusern. Der Gasverbrauch ging im selben Zeitraum um rund 13,9 Prozent von etwa 25,9 auf 22,3 Gigawattstunden zurück. Das entspricht dem Verbrauch von rund 159 Einfamilienhäusern. Insgesamt verringerte Compassio seinen Energieverbrauch damit um rund 5,8 Gigawattstunden und den CO₂-Ausstoß um rund 2.100 Tonnen. Zugleich entlastet das System die Betriebskosten um rund 1,14 Millionen Euro brutto gegenüber dem Basisjahr.

Digitale Daten ermöglichen gezielte Maßnahmen

„Energie ist ein zentraler Hebel im Betrieb moderner Pflegeeinrichtungen, sowohl wirtschaftlich als auch mit Blick auf einen verantwortungsvollen Ressourceneinsatz“, sagt Martin Stopa, Geschäftsführer Immobilien der Compassio Gruppe. „Mit dem digitalen Energiemanagement verfügen wir über eine einheitliche und belastbare Datengrundlage über unsere Häuser hinweg. Das versetzt uns in die Lage, Verbräuche transparent zu analysieren, Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und technische wie organisatorische Maßnahmen gezielt dort umzusetzen, wo sie die größte Wirkung entfalten.“

Die Einsparungen sind Ergebnis eines systematischen Maßnahmenpakets. Dazu gehören unter anderem die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, die Einführung der Nachtabsenkung, die Absenkung von Temperaturen, die Optimierung von Betriebszeiten sowie die Laufzeitvergrößerung von Blockheizkraftwerken. Darüber hinaus setzt Compassio in einzelnen Häusern bereits alternative Heiztechnologien ein, darunter Wärmepumpen und Pelletkessel. Parallel entwickelt die Gruppe ihr Immobilienportfolio weiter. Alle neuen Compassio Häuser werden mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet.

Branchenvergleich unterstreicht Wirksamkeit

Im Branchenvergleich wird die Relevanz der erzielten Effekte deutlich: Laut dem im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erstellten Curacon-Gutachten lag der durchschnittliche Stromverbrauch stationärer Pflegeeinrichtungen 2022 bei 2.900 Kilowattstunden je Bewohner:in, der witterungsbereinigte Wärmeverbrauch bei 7.496 Kilowattstunden je Bewohner:in. Zugleich sank der Verbrauch im Markt im Vergleich zu 2021 im Mittel um 4,5 Prozent beim Strom und um 3,4 Prozent bei der Wärme je Bewohner:in. Die bei Compassio erreichten Reduktionen unterstreichen damit die Wirkung eines systematischen, datenbasierten Energiemanagements, auch wenn die Vergleichsgrößen und Zeiträume nicht vollständig deckungsgleich sind.

Die Ergebnisse aus 2025 zeigen, dass datenbasiertes Energiemanagement in der stationären Pflege messbare Effekte erzielen kann, sowohl ökologisch als auch ökonomisch. Quelle: Compassio / ar