„Rolle rückwärts“ und als „Totalangriff auf das Klima“ – das sind die Reaktionen von GIH-Geschäftsführer Benjamin Weismann und Jutta Maria Betz aus dem Vorstand des DEN zu den Eckpunkten des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG). Beide sehen es als besonders problematisch, dass Öl- und Gaskessel mit Zusatzoptionen wieder zugelassen werden. Weismann befürchtet, dass die neuen Regelungen zumindest kurzfristig zu einem verstärkten Einbau von fossilen Heizungstechnologien führen könnten, weil diese als einfache Lösung erscheinen.
Ebenso sieht das Betz. Aufklärungsarbeit erreiche nur einen Teil der Bevölkerung – zumal Informationspflichten abgeschwächt würden. Problematisch sei zudem die Langfristigkeit von Investitionen: Ein heute eingebauter Gaskessel laufe bis 2045 und stehe damit im Widerspruch zu Klimazielen. Es fehle ein verlässliches langfristiges Konzept.
Es droht die Kostenfalle
Dies hat Folgen sowohl für das Klima als auch für die Verbraucher. Wer auf fossile Energien setzt, der droht laut Betz, in eine Kostenfalle zu geraten, weil diese perspektivisch teurer werden. Und Weismann hebt hervor, dass die Grüngasquote bei weitem nicht ausreiche, um die Klimaziele zu erreichen.
Immerhin: Weismann sieht es positiv, dass die BEG-Förderung (Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude) bestehen bleibt und die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) umgesetzt werden soll. Gleichzeitig wachse die Verunsicherung – was die Bedeutung unabhängiger Energieberatung erhöhe. Betz weist außerdem darauf hin, dass in der EPBD den Energieeffizienz-Experten eine besondere Rolle zugewiesen wird. Generell glaubt auch sie, dass es mehr Beratungsbedarf geben wird. ms
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