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Energieberatungsverband wehrt sich gegen Expertenliste Light

Die Energie-Effizienz-Expertenliste des Bundes ermöglicht es, qualifizierte und kompetente Fachkräfte für die Energieberatung zu finden. Ab Herbst wird Grundsätzliches ändern, wie das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) berichtet. Dann sollen sich auch Fachunternehmer aus dem SHK-Bereich – nach einer Fortbildung – freiwillig listen lassen können. DEN-Vorständin Jutta M. Betz hält das für keine gute Idee: „Dieses Vorgehen sehen wir mit Blick auf eine unabhängige Qualitätssicherung in der energetischen Fachplanung und Baubegleitung eher kritisch. Und das liegt ausdrücklich nicht daran, dass wir fachliche Kompetenz von Handwerker:innen infrage stellen.“ Was sie aber kritisiert, muss erklärt werden.

Warum es eine Öffnung der EEE-Liste gibt

Hintergrund für die Öffnung der Expertenliste ist laut Betz eine Richtlinie der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), die vorsieht, dass SHK-Handwerker:innen eine Förderung für Wärmeerzeuger beantragen können. Die BEG-Richtlinie war ins Leben gerufen worden, weil nicht genügend Energie-Effizienz-Expert:innen gelistet waren. Dadurch wurde nach Ansicht von Betz das Vier-Augen-Prinzip gestrichen und damit die unabhängige Qualitätskontrolle außer Kraft gesetzt. Bei vielen Projekten sei die Qualität der Heizungssanierung offensichtlich so schlecht, dass jetzt als erste Stufe eine freiwillige Eintragung in die Expertenliste erfolgen solle. „Das DEN ist davon nicht überzeugt und fordert seit Jahren, dass auch beim Heizungstausch die Baubegleitung gefördert wird, genauso wie es die Richtlinie eigentlich vorsieht, aber aus Kostengründen wird das nicht umgesetzt“, kritisiert Betz.

DEN: Berufsbild gewährleistet Qualität

Und Sie ist sich sicher, dass eine Fortbildung für Fachunternehmer die entstandene Lücke nicht schließen kann. Stattdessen fordert sie ein Berufsbild für die Energieberatung, das Tätigkeitsfeld, Einstiegsmöglichkeiten und Honorare definiert, sodass mehr junge Menschen die Tätigkeit als Beschäftigung wählen. „Wer die Dekarbonisierung des Gebäudesektors vorantreiben will, wer das Vertrauen von Verbraucher:innen in den Fördermittelgeber, in die Energiewende nachhaltig stärken und Steuermittel effizient wie qualitätsgesichert platziert wissen möchte, der muss Qualität und Unabhängigkeit in der Energieberatung priorisieren, der muss für ein Berufsbild sprechen“, fordert Betz. Quelle: DEN/jb