Großanlagen zur solarthermischen Wärmeversorgung müssen über Jahrzehnte zuverlässig Leistung erbringen und gleichzeitig möglichst geringe Betriebsführungskosten aufweisen. Um die Leistungsfähigkeit eines Kollektorfelds bewerten zu können, hat das österreichische Institut für Nachhaltige Technologien (AEE INTEC) im Rahmen des IEA SHC Task 68 den Power Check entwickelt. Er vergleicht die gemessene Wärmeleistung mit einer Sollleistung, die sich aus den Kollektorkennwerten, der aktuellen Sonneneinstrahlung sowie gemessenen Vor- und Rücklauftemperaturen errechnet.
Die Software ausschließlich Zeiträume, in denen die Anlage unter stabilen Betriebsbedingungen arbeitet. Dazu zählen: ein konstanter Pumpenbetrieb, ein konstanter Durchfluss, keine langen Schattenwürfe, keine Stagnation und hohe Sonneneinstrahlung. Zeiträume mit vorbeiziehenden Wolken, abgeschalteten Kollektoren oder starker Verschattung werden automatisch ausgeschlossen. Erst wenn mindestens 20 Stunden solcher hochwertigen Messdaten vorliegen, berechnet die Software das Verhältnis von Soll- zu Istleistung.
Damit Betreiber die komplexe Berechnung nicht selbst durchführen müssen, hat AEE INTEC das Open-Source-Tool Sun Peek weiterentwickelt. Das Tool prüft Messdaten auf Plausibilität, filtert automatisch nur jene Zeitabschnitte, die unter vergleichbaren Bedingungen entstanden sind, und erzeugt daraus einen Report. Sun Peek wird als Open-Source-Projekte gepflegt, Quellcode und Demo sind offen zugänglich (GitLab, demo.sunpeek.org). So entsteht eine Basis, die künftig für laufendes Monitoring und weiterführende digitale Services genutzt werden kann. Der IEA SHC Task 68 hatte zum Ziel, solare Fernwärmesysteme effizienter zu machen, die Digitalisierung voranzutreiben und Kosten zu senken. Quelle: AEE INTEC / jb