Gebäude des Monats: Haus R13 in Gerlingen
Zweigeschossige Doppelhaushälften aus der Nachkriegszeit prägen ganze Siedlungen in deutschen Städten und Gemeinden. Viele dieser Häuser stehen vor einem Generationenwechsel: Die Enkel der Bauherren übernehmen sie und stehen vor der Frage, ob sich eine Sanierung lohnt oder ein Neubau die bessere Wahl wäre. Energieberater können gemeinsam mit Architekten durch fundierte Beratung und kreative Planung aufzeigen, welche Möglichkeiten in solchen Altbauten stecken. Die massive Bauweise bietet meist eine langlebige, tragfähige Substanz für eine umfassende Ertüchtigung, während ein Abriss erhebliche Mengen grauer Energie vernichten würde. Wie ein solches Konzept konkret aussehen kann, zeigt das Projekt „Haus R13“ von Holzer Architekten aus Stuttgart.
Das Büro hat in Gerlingen eine Doppelhaushälfte aus den 1950er-Jahren behutsam umgebaut. Das zweieinhalbgeschossige Gebäude mit leicht geneigtem Satteldach war solide gebaut: massive Mauerwerkswände, Betondecken – ein typisches Wohnhaus der Nachkriegszeit.
Die zwei kleinen, identischen Wohnungen in den Vollgeschossen waren von verschachtelten Grundrissen geprägt – separates Wohnzimmer, Esszimmer und Küche, wie damals bei klar getrennten Räumen üblich. Größe und Raumprogramm passten nicht mehr zu heutigen Wohnvorstellungen. Die Eigentümerfamilie entschied sich, das großelterliche Haus umzubauen.
Das Ergebnis ist ein Haus im Effizienzhaus-70-Standard. Dach (U-Wert 0,137 W/m²K), Außenwand (0,221 W/m²K), Kellerdecke (0,213 W/m²K) und Holz-Alu-Fenster (Uw 0,8 W/m²K) wurden erneuert, die neue Haustür erreicht 1,3 W/m²K. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe ersetzt die alte Ölheizung und die Installation einer PV-Anlage auf dem Dach folgt noch.
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