Springe zum Hauptinhalt Springe zum Hauptmenü Springe zur SiteSearch

Alles Gute kommt von oben

Obermeyer gehört zu den größten unabhängigen Planungsgesellschaften in Deutschland. Über 1400 Mitarbeiter beschäftigt die Unternehmensgruppe in ihren Niederlassungen und Beteiligungen im In- und Ausland. Ihre Firmenzentrale steht in München. Das von Firmengründer Leonhard Obermeyer erbaute Bürogebäude wurde in einem ersten Bauabschnitt zwischen Oktober 2019 und Oktober 2020 im laufenden Betrieb saniert. Gründe für die Modernisierung: Den Brandschutz heutigen Anforderungen anpassen und die Büros für den digitalen Wandel in der Bauwirtschaft ertüchtigen.

Eine besondere Herausforderung stellte die Sanierung der Kassettendecken dar. Als Firmengründer Leonhard Obermeyer das Gebäude 1973 errichtete, wählte er ein Lichtbandsystem mit eingebauten Leuchten. Langfeldleuchten wurden asymmetrisch in der Kassette angeordnet, das Restfeld als Akustikdecke in Form textiler Spannstoffelemente ausgeführt. Die Leuchten waren zudem integraler Bestandteil des Lüftungssystems. Die spezielle Ausbildung der Geschossdecken erforderte nun eine Sonderlösung bei der Sanierung.

Vor (links) und nach der Sanierung: Die spezielle Ausbildung der Geschossdecken erforderte Sonderanfertigungen des Indusail-Systems.

Bild links: Kiefer Klimatechnik; Bild rechts: Obermeyer

Vor (links) und nach der Sanierung: Die spezielle Ausbildung der Geschossdecken erforderte Sonderanfertigungen des Indusail-Systems.

Decke liefert Frischluft, Licht und Kühlung

Aus gestalterischen Gründen wollten die Planer ein einheitliches Deckenbild erzeugen, ohne sichtbare Technik. Kühlung und Lüftung sollten versteckt in der Decke untergebracht sein und nicht wie die brandschutztechnisch inzwischen bedenkliche Zuführung der Frischluft entlang der vollverglasten Fassade. Kiefer Klimatechnik aus Stuttgart bietet mit dem Akustiksegelsystem Indusail das passende Produkt an. Es besteht aus einem Akustikpaneel und einer Umlufteinheit zur Kühlung der Raumluft und zur Verbesserung der Raumakustik, das aufgrund seines hohen Lichtreflexionsgrads alle wesentlichen Beleuchtungsarten unterstützt. Über einen Anschlussstutzen lässt sich Zuluft einbringen. Es besteht die Möglichkeit, eine aktive Beleuchtung zu integrieren.

„Obermeyer wünschte sich eine aufeinander abgestimmte technische Ausrüstung, die gestalterisch ansprechend ist und eine angenehme Arbeitsumgebung für Mitarbeiter und Besucher gewährleistet“, berichtet Kiefer Klimatechnik-Vertriebsingenieur Oliver Gössler. Im Vergleich zu den Alternativen – einer herkömmlichen Kühldecke oder Umluftkühleinheiten an der Fassade – habe das Kiefer-System die Bauherren nicht nur aus technischer Sicht, sondern vor allem optisch überzeugt.

Die Integration in die jeweiligen Deckenfelder und eine Reduktion der Kühlwasserleitungen sprachen ebenfalls für Indusail. Zudem lässt Lärm im Raum durch das Akustiksegel reduzieren. In der Folge erhöht sich die akustische Qualität und damit auch die Leistungsfähigkeit beim konzentrierten Arbeiten – in einem Großraumbüro ein wichtiges Kriterium. Die einheitliche Optik der Decke mit integrierter Beleuchtung und versteckter Kühl- und Lüftungstechnik schafft ebenfalls eine angenehme Atmosphäre im Raum.

Entsprechend der Aufteilung installierte Kiefer zunächst die Umluftkühl­einheiten für das Akustiksegel Indusail Plus, anschließend die Zuluftkanäle für die Variante Indusail Air sowie die Vorrichtung für das Akustikpaneel Indusail Silent an den Unterzügen.

Bild: Kiefer Klimatechnik

Entsprechend der Aufteilung installierte Kiefer zunächst die Umluftkühl­einheiten für das Akustiksegel Indusail Plus, anschließend die Zuluftkanäle für die Variante Indusail Air sowie die Vorrichtung für das Akustikpaneel Indusail Silent an den Unterzügen.

Sonderformate bestimmen das Deckenbild

Durch die geminsame Planung ließ sich eine Sonderlösung für das Projekt realisieren: Kiefer fertigte die Akustikmatten statt mit rechteckigen Abmessungen in dem quadratischen Sondermaß 1550 mm mal 1550 mm an. Beim umlaufenden Profil realisiert der Hersteller aus optischen Gründen 70 mm statt der üblichen 50 mm. „Wir benötigten zusätzlich ein Sonderbefestigungssystem, das auf die vorhandene Deckenkonstruktion abgestimmt sein musste und eine gute Zugänglichkeit der Technikkomponenten sicherstellt“, berichtet Gössler.

Damit die Lüftung unabhängig von der Kühlung betrieben werden kann, kombinierte Kiefer auf der großen Deckenfläche verschiedene Module des Indusail Systems: Das Akustiksegel Indusail Plus kühlt die Raumluft, das Akustiksegel Indusail Air führt Frischluft zu. Dazwischen absorbiert das Akustikpaneel Silent als erweitertes Gestaltungselement den Schall und reflektiert Licht.

Für insgesamt 10 000 m² Deckenfläche fertigte Kiefer ein multifunktionales System, das über Sensoren ein durchgängig angenehmes Raumklima erzeugt. Die Zuluft richtet sich nach dem CO₂-Wert und hängt von der Zahl an Personen im Raum ab. Über hochinduktive Schlitzauslässe kann Luft einströmen. Die Kühlung erfolgt anhand der Raumtemperatur und spezifisch festgelegter Anforderungen.

Brandschutzvorgaben erfüllt und sicher montiert

Im Foyer des Bürogebäudes galt es, besondere Brandschutzvorgaben zu erfüllen. Aus diesem Grund mussten die Deckensegel für den Brandschutz ertüchtigt werden. In den Regelgeschossen ist das Trägermaterial der Segel deshalb vlieskaschiert und offenporig ausgeführt, Brandschutzmaterial ersetzt das Akustikmaterial. Zusätzlich hat Kiefer die Konstruktion für das Projekt überarbeitet, um die Leuchten in das System integrieren zu können.

Daneben ist eine Lichteinheit als zusätzliche aktive Beleuchtung für alle Komponenten erweiterbar. Kiefer lieferte die passenden LED-Leuchten steckerfertig. Auch in diesem Fall realisierte die Firma eine Sonderbefestigung, die eine werkzeuglose Demontage für Wartungs- und oder Reparaturarbeiten ermöglicht. Über ein Klappscharnier lässt sich das Segel mühelos öffnen. Bis Herbst 2021 will Obermeyer den zweiten Bauabschnitt abschließen.