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Serielle Sanierung reduziert Emissionen um bis zu 81 %

festfotodesign - stock.adobe.com

Eine dena-Studie vergleicht erstmals die Lebenszyklusanalyse von seriellen und konventionellen Sanierungen. Sie zeigt, dass die serielle Sanierung Treibhausgasemissionen erheblich mindert und Kohlenstoff speichern kann.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hebt in einer neuen Studie des Kompetenzzentrums Serielles Sanieren das Klimaschutzpotenzial der seriellen Sanierung hervor. Die Studie, die eine Lebenszyklusanalyse (LCA) durchführte, vergleicht die Treibhausgasemissionen und die Kohlenstoffspeicherfähigkeit serieller und konventioneller Sanierungsmethoden. Die Ergebnisse zeigen, dass die serielle Sanierung die gesamten Treibhausgasemissionen von Wohngebäuden über deren Lebenszyklus deutlich reduzieren kann.

Methodik und Ergebnisse der Analyse

Die von der dena beauftragte Studie, erstellt von weber brunner pischetsrieder architektur und FrieNa – Friedel Nachhaltigkeitsberatung in Kooperation mit der TAG Immobilien AG, untersuchte die Klimawirkung von Sanierungen über einen Zeitraum von 50 Jahren. Als Modellprojekte dienten zwei unsanierte Mehrfamilienhäuser aus dem Baujahr 1962 (Energieeffizienzklasse F) in Salzgitter. Diese werden 2026 seriell mit vorgefertigten Holzständerelementen saniert, um den Effizienzhausstandard EH 55 zu erreichen.

Drei Szenarien wurden analysiert: unsaniert, konventionell saniert und seriell saniert. Eine materialoptimierte serielle Variante mit Re-Use wurde ebenfalls berücksichtigt. Im Vergleich zum unsanierten Zustand reduzierte die konventionelle Sanierung die Treibhausgasemissionen um rund 74 %. Die serielle Sanierung erreichte etwa 79 %, und die materialoptimierte serielle Variante mit Re-Use erzielte rund 81 %. Die Hauptgründe für diese Reduktionen sind geringere Emissionen während der Bauphase und verminderte Wärmeverluste. Der gezielte Einsatz nachwachsender Rohstoffe (NaWaRo) und Re-Use-Materialien verbessert die Klimabilanz zusätzlich. Im untersuchten Modellprojekt sparte die serielle Sanierung rund 3000 t CO2-Äquivalente gegenüber dem unsanierten Gebäude ein.

Rolle der TGA und nachhaltiger Materialien

Die Studie unterstreicht, dass neben der Energieeffizienz auch die Materialwahl, die Bauweise, die TGA und die Energieversorgung entscheidend für die Klimawirkung eines Gebäudes sind. Der Aufwand für Sanierung und technischen Ausbau amortisiert sich energetisch bereits innerhalb der ersten zwei bis drei Jahre durch die deutliche Reduktion der Betriebsenergie. Der gewählte Energiemix hat einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Emissionsbilanz. Daher sind Gebäudehülle, TGA und Energieversorgung für eine wirksame Dekarbonisierung gemeinsam zu betrachten.

Zusätzliches Potenzial liegt in der Kombination von nachwachsenden Rohstoffen und Re-Use-Materialien, die Gebäude zu Kohlenstoffspeichern machen können. Kohlenstoff aus nachwachsenden Rohstoffen wird langfristig in Bauteilen gebunden, sofern eine Freisetzung am Ende der Lebensdauer vermieden wird. Vorgefertigte Komponenten und lösbare mechanische Verbindungen bei der seriellen Sanierung schaffen gute Voraussetzungen für die spätere Wiederverwendung von Bauteilen und Materialien.

Handlungsempfehlungen für die Praxis

Basierend auf den Studienergebnissen sollten die Wohnungswirtschaft und Investoren serielle Sanierungen mit biobasierten Materialien priorisieren und zirkuläre Prinzipien in Ausschreibungen verankern. Politik und Kommunen können den Rahmen für eine klimafreundliche Sanierung durch passende Förderbedingungen verbessern, etwa durch die Berücksichtigung von Kohlenstoffspeichern in der Förderung und die Erleichterung von Zulassungen für ökologische Materialien. Die Lebenszyklusanalyse zeigt zudem, dass die serielle Sanierung die Anforderungen des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG) erfüllen kann, was die Nutzung der NH-Klasse als attraktiven Förderanreiz ermöglicht.

→ Studie zur Lebenszyklusanalyse im seriellen Sanieren

Quelle: dena / fl