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Studie belegt Wirtschaftlich­keit ener­ge­ti­scher Fenster­sa­nie­rungen

VFF / BF

Energetische Fenstersanierun­gen kön­nen sich schnell amor­ti­sie­ren. BF und VFF zeigen Ein­spar­po­ten­ziale und CO2-Bilanzen.

Der Bundesverband Flachglas (BF) und der Verband Fenster + Fassade (VFF) betonen, dass die Wirtschaftlichkeit energetischer Fenstersanierungen maßgeblich vom Zustand der bestehenden Fenster abhängt. Besonders relevant sind Fenster vor Baujahr 1995 mit unbeschichtetem Isolierglas. Laut BF und VFF beträgt das Einsparpotenzial bei solchen Fenstern rund 131 kWh/mFensterfläche und Jahr.

Daraus ergeben sich in vielen Fällen nicht nur erhebliche energetische Vorteile, sondern auch wirtschaftlich attraktive Amortisationszeiten, insbesondere bei weiter steigenden Energiepreisen. Zusätzlich amortisieren sich neue Fenster auch unter CO2- und Primärenergieaspekten deutlich früher.

Die BF/VFF-Studie „Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern“ zeigt beispielhaft das Einsparpotenzial: Beim Ersatz eines Fensters mit unbeschichtetem Isolierglas durch ein modernes Fenster mit einem Uw-Wert von 0,95 W/(m2K) ergibt sich eine Energieeinsparung von 222 kWh pro Fenstereinheit und Jahr. Bezogen auf eine Fenstereinheit von 1,69 m2 entspricht das rund 131 kWh/m2 Fensterfläche und Jahr.

Sanierungsbedarf in Deutschland

In Deutschland sind rund 209 Millionen Fenstereinheiten energetisch sanierungsbedürftig. Dazu zählen Einfachglasfenster, Verbund- und Kastenfenster sowie unbeschichtete Isolierverglasungen bis Baujahr 1995. Diese Fenster spielen eine zentrale Rolle für Energieeinsparungen, wirtschaftliche Amortisation und klimapolitische Ziele. Der vorzeitige Austausch moderner Wärmedämmfenster mit beschichteter Isolierverglasung ist dagegen nicht notwendig.

Amortisation hängt von mehreren Faktoren ab

Für die wirtschaftliche Bewertung spielen neben dem energetischen Zustand der Bestandsfenster weitere Faktoren eine Rolle, darunter Fensterfläche, Gebäudetyp, Energieträger, Energiepreise, Investitionskosten, mögliche Förderungen und Nutzungsdauer. Richtig ist eine Betrachtung über die Nutzungsdauer. Moderne Fenster haben eine typische Lebensdauer von rund 50 Jahren. Die BF/VFF-Studie zeigt, dass sich der Austausch energetisch veralteter Fenster wirtschaftlich rechnet, weil die Kosten der eingesparten Energie bei den Fenstertypen, die älter als 1995 sind, in der Regel bereits unter den zu erwartenden Energiekosten liegen.

Für den in der BF/VFF-Studie „Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern“ betrachteten Austausch eines alten Fensters mit unbeschichtetem Isolierglas gegen ein modernes Fenster kann sich bei entsprechender Rechenlogik eine Amortisation in der Größenordnung weniger Jahre ergeben. Fenster sind außerdem keine rein anlagentechnische Investition. Ein Austausch verbessert in der Regel zugleich Dichtheit, Behaglichkeit, Bedienkomfort, Schall- und Einbruchschutz, sommerlichen Wärmeschutz, gegebenenfalls Barrierefreiheit sowie Werterhalt und Vermietbarkeit des Gebäudes. Eine rein eindimensionale Betrachtung über die Heizkosten greift deshalb zu kurz.

Ökologische Vorteile moderner Fenster

Hinzu kommt: Die ökologische Amortisation wird deutlich früher erreicht. Die aktuelle ift-Studie zur Energie- und CO2-Einsparung in der Fenstersanierung weist für moderne Fenster je nach Energieträger Primärenergie-Amortisationszeiten von etwa 2 bis 11 Jahren und CO2-Amortisationszeiten von in vielen Fällen etwa 1 bis 5 Jahren aus. Über die Lebensdauer ergibt sich damit eine klar positive Energie- und Treibhausgasbilanz.

BF und VFF aktualisieren Studie

Um die fachliche Grundlage weiter zu stärken, arbeiten der Bundesverband Flachglas und der Verband Fenster + Fassade derzeit an einer Überarbeitung und Aktualisierung der Studie „Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern“. Ziel ist es, aktuelle Rahmenbedingungen, technische Entwicklungen und unterschiedliche Ausgangssituationen noch differenzierter zu berücksichtigen.

 Studie ift zur Energie- und CO2-Einsparung in der Fenstersanierung

Die Verbände wollen damit Eigentümer:innen, Fachbetrieben, Planer:innen, Medien sowie politischen Entscheidungsträger:innen eine belastbare Grundlage für die Bewertung energetischer Fenstermodernisierungen an die Hand geben. ■
Quelle: BFF / VFF / ml