Mit einem dynamischen Stromtarif können Haushalte mit Batteriespeicher von Preisschwankungen an der Strombörse profitieren. Wann und mit welcher Leistung der Batteriespeicher beladen wird, entscheidet ein intelligentes Energiemanagementsystem auf Basis von Energie- und Preisprognosen. Das Ziel: Mit günstigem Netzstrom die Batterie laden und in Hochpreisphasen die elektrischen Verbraucher mit dem zwischengespeicherten Strom versorgen.
„Ob sich für Haushalte mit dynamischen Stromtarifen die Batterieladung mit Netzstrom überhaupt lohnt, hängt maßgeblich von der Höhe der Umwandlungsverluste ab“, erklärt Johannes Weniger, Initiator der Stromspeicher-Inspektion und Gründer der der Beratungsfirma Aquu.
HTW Berlin/Aquu
Wie gering müssen die Speicherverluste sein, damit sich die Batterieladung mit Netzstrom rechnet?
Diese Frage lässt sich anhand eines typischen Wintertages beantworten: Bei einem Strompreis von 25 Cent pro Kilowattstunde nimmt die Batterie nachts Netzstrom auf. In den Abendstunden, wenn der Strom aus dem Netz 35 Cent pro Kilowattstunde kostet, versorgt die Batterie die Haushaltsgeräte. Die Speicherung von Netzstrom ist in diesem konkreten Fall für den Haushalt allerdings nur vorteilhaft, wenn die Wechselrichter- und Batterieverluste unter 29 Prozent liegen. Oder anders formuliert: Der Systemwirkungsgrad, der beim Speichern des Netzstroms resultiert, muss höher als 71 Prozent sein.
HTW Berlin/Aquu
Testergebnisse zeigen, dass sich nicht mit allen Batteriesystemen die Speicherung von Netzstrom in Kombination mit dynamischen Stromtarifen lohnt. Die Herausforderung erläutert Nico Orth, Leiter der Stromspeicher-Inspektion an der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin, wie folgt: „Die Preisdifferenz zwischen dem Lade- und Entladezeitraum ist häufig nicht groß genug, um die Batteriesystemverluste zu kompensieren.“ Wie hoch die Umwandlungsverluste bei anderen Preiskonstellationen maximal sein dürfen, beschreibt die Stromspeicher-Inspektion 2026. Quelle: HTW Berlin / jb