GEB Newsletter: 14-2006 | 06.07.2006

GEBÄUDEHÜLLE

In ÖKO-TEST: Wärmedämmverbundsysteme

Die Endverbraucherzeitschrift ÖKO-TEST berichtet in Ausgabe 7 (Juli) unter der Überschrift „Die Kaltfront kann kommen“ über Wärmedämmverbundsysteme. Nach 40 Jahren und 600 Mio. m² Wärmedämmverbund sind die Kinderkrankheiten des Systems weitgehend ausgemerzt, schreibt ÖKO-TEST, aber der „Pfusch am Bau ist nach wie vor der größte Feind“. Es sind also von Beratung (inkl. Förderberatung), Planung, Systemauswahl und Ausführung bis zur Qualitätssicherung Fachleute gefragt. Neben der Verringerung der Wärmeverluste nennt ÖKO-TEST folgende Argumente für eine energetische Verbesserung der Gebäudehülle:
  • höhere Temperaturen an den Innenseiten der Außenwände, dadurch Thermische Behaglichkeit bei etwas geringeren Raumlufttemperaturen
  • Trockenhaltung der Außenwände
  • Schutz vor Schimmelbildung im Innenbereich
  • geringere Temperaturschwankungen der Wände, dadurch geringere Rissgefahr
  • Verbesserung des Schallschutzes (stark systemabhängig, es sind auch Verschlechterungen möglich)
Hingewiesen wird auch auf Punkte, die unbedingt zu beachten sind:
  • Eine Beratung durch Energieberater, Architekten, Fachhandwerker ist unverzichtbar.
  • Feuchtehaushalt der Wände muss beachtet werden. Verarbeitung nur auf trockenen Wänden.
  • Einhaltung der baurechtlich geforderten Mindestabstände zur Grundstücksgrenze, bzw. bei einer Unterschreitung durch das nachträgliche Dämmen eine Einwilligung der Baubehörde einholen.
  • Bei Grenzbebauung sind eine Zustimmung des Nachbarn und eine Eintragung ins Grundbuch erforderlich. Besondere Prüfungen sind auch an Straßenrändern erforderlich (Reicht die Gehwegbreite noch?).
  • Lückenlose Ausführung, Einbeziehung der Fensterleibung (ggf. auch gleich die Fenster auswechseln).
  • Kostentreiber im Vorfeld genau planen: Anschlüsse an Fensterbänke, Dach, Balkone und Vordächer; neue Fensterbänke wegen zu geringem Überstand; Kürzung und Umbau von Geländern, die direkt am Haus befestigt sind.
  • Dunkle Farbgebung ist wegen der großen Aufheizung sehr kritisch bis unmöglich.
  • Für mineralische Wandsysteme wird eine Mineralschaumdämmung empfohlen.

GEB-Kommentar: Endverbraucher werden über den Bericht sehr gut vorinformiert. Er eignet sich auch für Energieberater, um ggf. die eigene Argumentation zu ergänzen. Unglücklich gewählt ist allerdings der Preisbezug in Euro für 10 cm Dämmschichtdicke in einer Übersichtstabelle. Da sie Dämmstoffe mit Wärmeleitfähigkeitswerten von 0,028 bis 0,045 W/(mK) listet, bleibt die U-Wertverbesserung unberücksichtigt, was in ihrer (Preis-)Wirkung für Laien aber kaum erkennbar ist. Umrechnungen sind zwar mit einer zweiten Tabelle möglich, aber kompliziert. Fachleute werden sich aber über Kostenkennwerte freuen. GLR

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