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Heizungschecks gecheckt

Dass solche Tool sinnvoll sein können, bestätigt Tomas Titz, Vorsitzender des GIH-Landesverbands Niedersachsen. Er hat sowohl den Wärmepumpen-Check als auch den Heizreport anhand eines beispielhaften Gebäudes ausprobiert. Und er ist positiv überrascht: „Beide kamen im Ergebnis auf die gleiche kW-Zahl. Das fand ich schon sehr interessant.“ Er könnte beide weiterempfehlen. Besonders der Heizreport hat ihn überzeugt. „Das Tool geht sehr detailliert vor. Man kann zum Beispiel die U-Werte der Wände selbst berechnen.“ Da recht viele Daten abfragt werden, sei seine Nutzung aber auch mit einem gewissen Aufwand verbunden. Einen halben Tag pro Gebäude sollte man schon investieren.

Energieberater bringen unterschiedliches Vorwissen mit

Laut GIH-Mann Titz können die Tools für den Wärmepumpen-Check grundsätzlich auch für die Energieberatung sinnvoll sein: „Für jüngere Kollegen, die noch nicht über viel Erfahrung verfügen, kann ein Online-Service zum Wärmepumpen-Check schon hilfreich sein. Ein alter Hase wie ich, der aus der TGA kommt, benötigt ein solches Tool aber nicht.“ Entscheidend sei deshalb der Background eines Energieberaters. „Für Berater, die aus dem Bereich Hülle kommen und eventuell bei der TGA nicht sattelfest sind, ist ein solches Tool sicher sinnvoller“, sagt Titz. Ob für einen Energieberater ein entsprechendes Tool nützlich ist, hängt laut Titz aber auch davon ab, wie stark er seinen Kunden einbinden und wie viel er aus der Hand geben möchte. „Man darf auch nicht vergessen: Wenn es zum Auftrag kommt, muss man ohnehin noch mal nachmessen – schon allein aus rechtlichen Gründen.“

Zweifel an der Aussagekraft

Schwierig kann es werden, wenn die Ergebnisse aus einem Online-Tool nicht mit der Einschätzung des Energieberaters übereinstimmen. Nicht nur aus dieser Perspektive sieht Walter Ullmann zum Beispiel die Verwendung der Wärmepumpen-Ampel kritisch. Ullmann, der ein Ingenieurbüro für Bauwesen in Neusäß bei Augsburg betreibt, hat das Online-Tool an seinem eigenen Haus getestet. Das Ergebnis lautete, dass das Gebäude nicht für die Nutzung einer Wärmepumpe geeignet sei. Tatsache ist allerdings, dass Ullmann sein Haus seit 24 Jahren mit einer Erdsondenanlage heizt. „Damit bestehen für mich an der Aussagekraft der Wärmepumpen-Ampel erhebliche Zweifel“, sagt Ullmann. „Man muss ja bedenken, dass vor allem potenzielle Kunden ein solches Tool nutzen. Und wenn diese nun ein falsches Ergebnis erhalten, dann steht man als Energieberater vor dem Problem, den Bauherrn vom Gegenteil zu überzeugen.“ Grundsätzlich sei bei der Verwendung von Online-Tools immer eine gewisse Vorsicht geboten. „Schließlich schuldet man seinem Kunden eine Beratung auf Grundlage fundierter Berechnungen.“ Lesen Sie den gesamten Artikel im GEB 3/2023.

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