Springe zum Hauptinhalt Springe zum Hauptmenü Springe zur SiteSearch

Sozialer Stromspartarif

In der öffentlichen Diskussion um soziale Preisnachlässe bei den explodierenden Stromkosten wartet die Verbraucherzentrale NRW mit einem neuen Vorschlag auf.

In der öffentlichen Diskussion um soziale Preisnachlässe bei den explodierenden Stromkosten wartet die Verbraucherzentrale NRW mit einem neuen Vorschlag auf. Vor allem Hartz-IV-Empfänger, Geringverdiener und alle sonstigen Verbraucher sollen davon gleichermaßen profitieren. „Wir plädieren für die Einführung eines verbindlichen Stromspartarifs, der es schafft, die elektrische Energie wieder bezahlbar zu machen und gleichzeitig den Stromverbrauch in den privaten Haushalten zu drosseln“, skizziert Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, die Grundidee des geforderten Modells: „Kunden erhalten ein Gratis-Kontingent an Kilowattstunden, zahlen keinen Grund-, sondern nur einen erhöhten Arbeitspreis. Der besondere Anreiz für die Kunden: Je weniger Strom sie nach Ausschöpfung der freien Kilowattstunden verbrauchen, desto mehr zahlt sich der Strom-Spar-Tarif für sie aus.“ Würde dieses Tarifmodell zur Pflicht, „könnten alle Haushalte, in erster Linie die Haushalte mit geringem Energieverbrauch, von dem neuen Tarifmodell profitieren.“ Derzeit wirbt die Verbraucherzentrale NRW in Gesprächen mit Vertretern aus Politik und Versorgungswirtschaft für die Umsetzung ihrer Idee. Das Kombi-Modell zum Strom- und Geldsparen sieht vor, dass jedes Haushaltsmitglied von seinem Versorger 250 Kilowattstunden pro Jahr kostenlos erhält. Der zusätzliche Bedarf wird zu einem festen höheren Arbeitspreis in Cent pro Kilowattstunde berechnet. Der jährliche Grund¬preis entfällt. „Auf diese Weise stellen wir der degressiven Preisgestaltung auf dem Strommarkt, die Verbraucher bislang nur bei hohem Stromverbrauch mit einem Preisnachlass entschädigt, ein progressives Modell gegenüber, das einen geringen Verbrauch künftig finanziell belohnt“, erläutert Müller. Denn der Strom-Spar-Tarif zahle sich nur für Kunden aus, die künftig weniger Energie aus der Steckdose benötigen.

Die Mehrkosten sollen über ein bundesweites Umlageverfahren auf die örtlichen Netzentgelte umgelegt und somit von allen Kunden erbracht werden. „Unser Verfahren garantiert eine bundesweit gleichmäßige Verteilung und verhindert, dass konkurrierende Stromanbieter mit Hilfe dieses Instruments einen Wettbewerbsvorteil erzielen“, so der Verbraucherzentralenvorstand. Die Abrechnung der Mehrkosten könne automatisch von den Regulierungsbehörden bei der Berechnung der Nutzungsentgelte überwacht werden. Die verpflichtende Einführung eines Stromspartarifs erleichtere es den Elektrizitätsversorgungsunternehmen zudem, bedürftige Haushalte trotz ihrer unsicheren Finanzlage als Kunden zu akzeptieren. Denn gerade Menschen mit niedrigem Einkommen können von der Kombination eines freien Kontingents an Kilowattstunden mit einem geringen Verbrauch profitieren. „Vorausgesetzt, einkommensschwache Haushalte werden zu einem sparsameren Verbrauchsverhalten angeregt und erhalten darüber hinaus eine Unterstützung bei der Anschaffung von teuren Energiespargeräten“, erklärt Müller. Da die steigende Zahlungsunfähigkeit vieler Verbraucher auch für die Stromversorger immer stärker zum Problem werde, dürften sie sich dem Stromsparmodell der Verbraucherzentrale NRW nicht verschließen.

Die Vorstellung des Stromtarifmodells sowie die Forderung nach zielgruppenspezifischen Beratungsangeboten zum Energieeinsparen, konkreter finanzieller Unterstützung bei der Beschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte und das Verbot von Stromsperren für einkommensschwache Haushalte gehören zum Vorschlagspaket der Verbraucherzentrale NRW, mit dem finanzielle Engpässe vieler Verbraucher aufgrund steigender Energiepreise wirksam bekämpft werden könnten.

www.vz-nrw.de/stromtarif