GEB Newsletter: 10-2008 | 28.05.2008

MODERNISIERUNG

Anreize zur Modernisierung fehlen

Durch neue Heizungs- und Klimaanlagen, Wärmedämmung und Wärmerückgewinnung lassen sich in Deutschland im Immobiliensektor rund 50 Mio. t CO2 pro Jahr einsparen. Insgesamt schätzt das IW Köln die Investitionskosten allein für die Wohnungswirtschaft auf über 200 Mrd. Euro. Die Maßnahmen rechnen sich jedoch langfristig, wenn die Energiepreise (von 0,063 Euro/kWh) um weitere 40 bis 50% steigen, was derzeit nicht ausgeschlossen werden könne. Momentan scheuen Wohnungsbaugesellschaften vor Sanierungsmaßnahmen jedoch zurück. Sie befürchten, dass Mieter nicht bereit sind, eine entsprechend höhere Kaltmiete zu zahlen. So reduzieren sich bei einer 100-m²-Wohnung zwar die Jahreswärmekosten durch Modernisierungsinvestitionen um rund 800 Euro. Die Jahreskaltmiete kann je nach Sanierungsaufwand aber schon mal um 1000 bis 2000 Euro steigen, so das IW Köln.

Der Staat soll Hindernisse beseitigen
Darüber hinaus können Energiesparmaßnahmen nur dann wirtschaftlich umgesetzt werden, wenn sie mit der normalen Sanierung kombiniert werden. Bei durchschnittlichen Zyklen von 30 bis 40 Jahren dauert dies entsprechend lange. Damit der Klimaschutz im Gebäudesektor auf die Beine kommt, müsse der Staat seine Förderung überdenken, so das IW Köln. Bislang beteilige er sich nur mit etwa 4,5% an den Investitionskosten. Weiterhin sei eine Modernisierung des Mietrechts erforderlich, damit Einsparungen bei den Heizkosten auf die Kaltmiete aufgeschlagen werden können. Eines betont das IW Köln besonders: Die Beseitigung von Hindernissen, wie fehlende Wirtschaftlichkeit und Liquidität, unsichere Rahmenbedingungen und übermäßige Regulierungen im Mietrecht, sollte beim Klimaschutz im Gebäudebereich anstelle von kostspieligen Verpflichtungen im Vordergrund stehen.

Altersbedingt niedrige Investitionsbereitschaft
Problematische Verhältnisse existieren auch bei den Selbstnutzern. Nach Daten des Statistischen Bundesamts wohnen 87% der Besitzer von Einfamilienhäusern in Gebäuden, die vor 1990 errichteten wurden und prinzipiell zur energetischen Modernisierung anstehen. 48% dieser Eigentümer sind allerdings älter als 60 Jahre, 34% sogar 65 Jahre oder älter. Weil sich eine grundlegende Modernisierung erst auf lange Sicht rechnet, fehlen dafür bei rund der Hälfte der Einfamilienhäuser Investitionsanreize allein aufgrund des Alters der Eigentümer. GLR

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