Gebaeude Energie Berater Ausgabe:

Wettbewerb am Gasmarkt gewinnt 2009 erheblich an Fahrt

15.12.2009 - Seit 2006 haben Verbraucher in Deutschland die Möglichkeit, ihren Gasversorger zu wechseln. Der Wettbewerb um den Endkunden ist auf Unternehmensseite aber erst in diesem Jahr erheblich in Fahrt gekommen.
So hat sich nach aktuellen Erhebungen des unabhängigen Verbraucherportals toptarif.de die Auswahl für die privaten Endkunden in den letzten 12 Monaten mehr als verdreifacht. „Ende 2008 konnten Gaskunden in Deutschland im Durchschnitt zwischen 6 Gasanbietern wählen“, erklärt Energieexperte Thorsten Bohg von toptarif.de. „Aktuell hat sich die Zahl verfügbarer Wettbewerber auf rund 19 erhöht.“ Am höchsten ist die Wettbewerbsdichte in Hamburg und Teilen Baden-Württembergs, wo mehr als 30 Anbieter um die Gunst der Kunden werben. Wesentlich weniger Wettbewerb herrscht hingegen in großen Teilen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens, wo vielerorts weniger als 12 Anbieter am Markt sind.

„Insbesondere beim Preis können Verbraucher vom zunehmenden Wettbewerb auf dem Gasmarkt profitieren“, macht Bohg deutlich. „Obwohl die Gaspreise bei den Grundversorgern im laufenden Jahr deutschlandweit um über 20 Prozent zurück gegangen sind, gibt es erheblich höhere Einsparpotentiale für Verbraucher als vor Jahresfrist.“

So kann ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh Gas bei einem Anbieterwechsel mit einem durchschnittlichen Einsparpotential von 169 Euro gegenüber den günstigsten Tarifen der lokalen Stadtwerke rechnen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft befinden sich allerdings noch fast 80 Prozent aller Haushalte mit Gasbezug in den teuren Tarifen der gesetzlichen Grundversorgung. Diese Tarife sind im Schnitt sogar 265 Euro teurer als die günstigsten Angebote der Wettbewerber. „2008 gab es in vielen Regionen hingegen keine preiswerteren Alternativen zum regionalen Versorger“, so Bohg.

„Verglichen mit der Wettbewerbsintensität am Strommarkt steckt der Gasmarkt noch in den Kinderschuhen“, führt Bohg weiter aus. „Es lassen sich aber Tendenzen und Entwicklungen feststellen, die vor ein paar Jahren auch am Strommarkt stattgefunden haben.“ Neben neuen Anbietern drängen dabei immer mehr Unternehmen aus dem Stromsektor auf den Gasmarkt. Große Stromdiscounter wie Nuon, eprimo oder TelDaFax, die bereits 2008 Gasprodukte angeboten hatten, haben ihre Liefergebiete in den letzten Monaten erheblich ausgeweitet. Ähnliches gilt auch für zahlreiche regionale Versorger und Stadtwerke, die nun auch außerhalb ihres eigentlichen Grundversorgungsgebietes Gas anbieten.

Insgesamt profitieren die Unternehmen dabei von vereinfachten Rahmen- und Eintrittsbedingungen beim Gasvertrieb. So sank beispielsweise die Zahl der Marktgebiete (Regelzonen) 2009 von 12 auf 6. Hinzu kommt, dass der Gasmarkt, mit Blick auf die Wettbewerbsstruktur, neuen Anbietern aktuell mehr Chancen zur Gewinnung von Marktanteilen bietet als der Strommarkt, wo die Wettbewerbsdichte in etwa dreimal so hoch ist.
www.toptarif.de

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