GEB Newsletter: 08-2015 | 21.04.2015

VERBÄNDE

„Der Spiegel schürt erneut unnötig Angst“

Laut dem Gesamtverband Dämmstoffindustrie (GDI) schürt Der Spiegel vom 18. April 2015 mit dem Artikel zum Thema Fassadendämmung „Brennt wie Stroh“ bei seinen Lesern unnötig Angst. Der GDI hat noch am Tag der Veröffentlichung mit einer Pressemitteilung reagiert:

„Es wird [in dem Spiegel-Artikel] ein Arbeitspapier der ‚Fachkommission Bauaufsicht der Bauministerkonferenz‘ zitiert, in dem ‚Präventivmaßnahmen‘ zum Thema ‚Bandschutz‘ vorgeschlagen werden. Der Spiegel folgert auf Grundlage dieses Papiers und unscharfen Zahlenmaterials: Von Fassadendämmsystemen gehe eine große Brandgefahr aus.

Richtig ist jedoch, dass Brandfälle, bei denen in irgendeiner Weise Dämmsysteme eine Rolle spielen, in Deutschland extrem gering sind, obgleich in den vergangenen 20 Jahren etwa 1 Mrd. m2 Fassadenfläche gedämmt wurde. Die große Mehrzahl der jährlich rund 200.000 Wohnungsbrände in Deutschland wird durch Zündquellen im Inneren von Gebäuden, wie etwa elektrische Anlagen und Geräte, Öfen, Herde oder Kerzen verursacht.

Die im Spiegel wie auch von anderen Medien immer wieder aufgeführten Einzelfälle von Bränden mit Beteiligung eines Fassadendämmsystems unter Verwendung des Dämmstoffes Styropor haben eines gemeinsam: Die Brandursache war nie im System selbst begründet. Der jeweilige Brandherd lag immer außerhalb der Fassade (Müllcontainer, Motorräder, Autos); zum Teil war auch vorsätzliche Brandstiftung die Ursache. Deswegen ist es falsch, daraus den allgemeinen Schluss zu ziehen, eine Fassadendämmung erhöhe die Brandgefahr.

Die Dämmstoffindustrie hat längst Lösungen entwickelt, um schwerentflammbare Wärmedämmverbundsysteme mit Styropor auch für den Fall des Brandangriffs von außen brandschutztechnisch weiter zu verbessern. Dazu gehört in erster Linie der Einsatz von geeigneten Brandriegeln, um eine Brandausbreitung selbst im halbfertigen, noch unverputzten Zustand zu begrenzen.

Weiterhin muss auch die Aussage des aktuellen Spiegel richtiggestellt werden, dass die Kampagne ‚Dämmen lohnt sich‘ auf Basis einer jahrelangen Kooperation von ‚Bund, Länder und Dämmstoffindustrie‘ initiiert sei. Richtig ist, dass es sich hierbei um eine vor gut einem Jahr ins Leben gerufene, allein private Initiative von vier Wärmedämmverbundsystem-Herstellern handelt. Weder sind Bund, Länder noch die gesamte Dämmstoffindustrie beteiligt. Die Kampagne klärt fachlich korrekt, unter Zuhilfenahme unabhängiger Experten über das Thema ‚Wärmedämmung‘ auf, wie es beispielsweise nicht anders die Verbraucherzentralen tun.“

Auch der Verein Qualitätsgedämmt hat auf den Spiegel-Artikel reagiert: Der Spiegel setzt „...seine Kampagne gegen die Fassadendämmung fort und behauptet, eine Isolierschicht aus Polystyrol hätte in einem speziellen Fall den ‚Brand beschleunigt, wie sonst nur ein Bündel Stroh‘. Dieser Vergleich entspricht jedoch in keiner Weise der Realität. Bei einem fachgerecht fertiggestellten Wärmedämmverbundsystem (WDVS) kann die Dämmung nur dann in Brand geraten, wenn ein Feuer extrem lange und intensiv einwirkt. Dies haben zahlreiche Versuche, auch von Feuerwehren, eindeutig unter Beweis gestellt. Eine mit Polystyrol gedämmte Fassade wird selbst durch Zündquellen wie Schweißfunken, Feuerwerkskörper oder durch direkten Kontakt mit Zigarettenglut nicht in Brand gesetzt. [...]“.

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