GEB Newsletter: 10-2011 | 03.05.2011

ENERGIEBERATER

Eigentümer spekulieren auf mehr Fördergeld

Der Europäische Verband der Energie- und Umweltschutzberater (EVEU) hat die Anhebung der Förderzuschüsse im Marktanreizprogramm begrüßt und gleichzeitig kritisiert. „Das ist nach den Kürzungen und Streichungen der letzten Monate und Jahre sicher ein Schritt in die richtige Richtung“, so der EVEU-Geschäftsführer Franz Sedlmeier. „Was wir uns aber noch mehr wünschen als kurzfristige Fördergeschenke und blanken Aktionismus in der Energiepolitik sind nachhaltige und verlässliche Rahmenbedingungen.“ So ärgert den Energieberaterverband, dass bereits 2012 die Förderbeträge wieder auf den alten Stand heruntergefahren werden.

Förderprogramme sind nicht mehr kalkulierbar
Die Förderpolitik der Bundesregierung richte sich seit Jahren nicht nach Sinnhaftigkeit und Effizienz der Maßnahme oder Technologie, sondern ausschließlich nach aktueller Kassenlage und Steuerschätzungen. Deshalb könne heute auch niemand mit Gewissheit sagen, wie die Fördersituation in einem Jahr sein werde, kritisiert Sedlmeier. „Man muss sich nur mal die Entwicklung in den letzten 12 bis 18 Monaten ansehen. Von einer kompletten Streichung der Förderprogramme bis hin zur Anhebung der Fördersätze ist alles möglich.“ Dies führe zunehmend zu Zurückhaltung der Hauseigentümer. „Selbst jetzt warten viele Hausbesitzer noch ab. Sie spekulieren darauf, dass das Thema erneuerbare Energien in den kommenden Jahren noch mehr an Bedeutung gewinnt und die Förderprogramme eher ausgeweitet werden.“

„Eigentümer haben Angst zu früh zuzuschlagen“
„Das Auf und Ab der Bundesregierung hat aus Hausbesitzern eine Art Börsenspekulanten gemacht. Jeder hat Angst zu früh zuzuschlagen und damit Fördergelder herzuschenken – anstatt jetzt zu handeln und dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen durchzuführen“, so der EVEU-Geschäftsführer. Die kurzfristigen Geschenke bis Ende des Jahres werden daran nichts ändern, befürchtet Sedlmeier. „Wir brauchen endlich Förderprogramme mit einer Laufzeit von mindestens drei bis fünf Jahren und dem klaren Bekenntnis der Bundesregierung, dass diese Versprechen dann auch eingehalten werden“. GLR
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