GEB Newsletter: 09-2011 | 19.04.2011

ENERGIEBERATER

GTÜ: „Energieberater einheitlich zertifizieren“

Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) fordert, Energieberater einheitlich zu zertifizieren. „Weil der Begriff Energieberater nicht geschützt ist und keinen beruflichen Standards bzw. Regelungen unterliegt, bewegen sich mittlerweile sehr viele unqualifizierte Berater auf dem Markt, die nicht über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügen“, beanstandet Prof. Klaus Layer, Leiter der Akademie für Glas-, Fenster- und Fassadentechnik in Karlsruhe und Partner der GTÜ. „Es entsteht ein unübersichtlicher Wildwuchs, Qualitätsstandards können nicht mehr gewährleistet werden.“

Qualitätsstandards einheitlich festlegen
Um eine einheitliche und qualitativ hochwertige Beratung sicherstellen zu können, fordert die GTÜ den Schutz des Berufszweigs. „Energieberater sollte sich nur nennen [dürfen], wer die nötigen Aus- und Weiterbildungen absolviert hat und staatlich zertifiziert wurde“, fordert Layer. „Außer Ingenieuren, Architekten und qualifizierten Handwerkern mit den entsprechenden Weiterbildungen müssten alle anderen Interessenten den Weg über eine anerkannte Ausbildung gehen.“ Die Aus- und Weiterbildung sollte mindestens folgende Schwerpunkte setzen: Dämmung denkmalgeschützter Häuser, Niedrigenergie- und Passivhäuser, erneuerbare Energien, Wärmespeicherungsvermögen, Berechnung und Vermeidung von Schwachstellen, Einsatz von Lüftungsanlagen, Berechnung von Lüftungsanlagen, Kenntnis über alle am Markt erhältlichen Wärmeerzeuger, Erfassung von Emissionsraten und Berechnungsvarianten zur Wirtschaftlichkeit. Bauen im Bestand gehöre ebenso zur Grundlage wie die Baukonstruktion und Kenntnisse in diversen Materialeigenschaften der Vergangenheit.

„Der Staat muss Beruf Energieberater schützen“
Mit ihren Forderungen unterstützt die GTÜ die Zertifizierung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), dessen Anforderungskatalog die meisten der geforderten Kriterien umfasse. Die Regelungen des BAFA gehen laut GTÜ aber nicht weit genug. Layer: „Es ist ein wichtiger Schritt, eine staatlich anerkannte Zertifizierung zu schaffen und die Qualitätsstandards damit festzulegen. Die meisten Mieter und Vermieter wissen hiervon aber nichts und fallen dadurch zu oft auf nichtzertifizierte Energieberater herein.“ Die Forderung der GTÜ: „Der Staat muss gesetzliche Regelungen schaffen, um den Beruf zu schützen. Anders lässt sich der Wildwuchs nicht beseitigen. Zertifikate und Standards laufen sonst ins Leere.“ GLR
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