GEB Newsletter: 03-2011 | 08.02.2011

ENERGIEAUSWEIS

Evaluierung ausgestellter Energieausweise

Das Bundesbauministerium hat Energieausweise für Wohngebäude nach der EnEV 2007 evaluiert. Ein Aspekt der Studie war die Genauigkeit von Energieausweisen. Dazu wurden Entstehungsprozesse und Qualitäten von 94 ausgestellten Energieausweisen in vertiefenden Fallstudien nachvollzogen und bewertet. Die Durchsicht und Analyse ausgestellter Energieausweise sollte zeigen, inwieweit in der Praxis zuverlässige, gültige und objektive Angaben im Ausweis gelingen, was gegebenenfalls Schwierigkeiten macht und was zu fehlerhaften Angaben im Ausweis führen kann.

Bei den Fallstudien, bei denen die Berechnungsgrundlagen vollständig ermittelt werden konnten, wurden die Energieausweise nochmals gerechnet. Dabei wurden bei Verbrauchsausweisen deutlich geringere Abweichungen als bei Bedarfsausweisen festgestellt. 66 % von 32 Verbrauchsausweisen lagen in einem Toleranzbereich von ± 5 % (18 % hatten eine höhere Plus-Abweichung, 16 % eine höhere Minusabweichung). Von 21 Bedarfsausweisen erreichten den Toleranzbereich von ± 5 % nur 29 %, eine Abweichung von + 6 % und mehr wiesen 57 % der Bedarfsausweise auf, 14 % hatten eine Abweichung von – 6 % und mehr.

Hauptsächliche Gründe für Abweichungen bei den Bedarfsausweisen sind laut der Studie die Verwendung unterschiedlicher Software-Programme für die Berechnung, unterschiedliche Definition der Systemgrenze, fehlerhafte Informationen aus – insbesondere älteren – Planunterlagen, Annahme unterschiedlicher Wirkungsgrade der Heizungsanlage, Annahme unterschiedlicher Wärmedurchgangskoeffizienten, Verwendung von Erfahrungswerten nach Baualtersklassen zu den energetischen Eigenschaften von Bauteilen (wenn Bauteilaufbau im Detail nicht bekannt) und die Häufung unterschiedlicher Annahmen sowie insgesamt unschlüssige Berechnungen.

Unabhängig von den – zum Teil verfahrensbedingten – Qualitätsproblemen zeigt die Studie für die Energieausweise in vielen Feldern erheblichen Optimierungsbedarf auf.

Zum Download der Studie auf der Internetseite des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). GLR
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