GEB Newsletter: 23-2010 | 05.10.2010

ANLAGENTECHNIK

Getestet: Solare Heizungsunterstützung

Das Öko-Test Magazin 10-2010 enthält einen Test mit 17 Solaranlagen zur Heizungsunterstützung (Testvorschau). Zuerst die gute Nachricht: Laut Öko-Test sind alle untersuchten solarthermischen Kombianlagen „auf einem technologisch guten Stand und empfehlenswert“. Zwei Anlagen bekamen das Gesamturteil „sehr gut“, 15 Anlagen ein „gut“. In die Gesamtbewertung flossen die drei Teilergebnisse „solare Deckung“, „Wirtschaftlichkeit“ und „Dokumentation“ ein.

Unterschiedliche Auslegungen...
Die Anlagen für ein Einfamilienhaus mit 140 m2 beheizter Wohnfläche, einem Wärmebedarf von 62,7 kWh/a in Passau bzw. 51,9 kWh/a in Essen und einem täglichen Trinkwarmwasserbedarf von 175 l mit 45 °C wurden von den Herstellern höchst unterschiedlich ausgelegt. beispielsweise wurde ein möglichst hoher solarer Anteil am Wärmebedarf oder eine möglichst gutes Preis-Leistungs-Verhältnis angestrebt. So variiert die Kollektorfläche (Apertur) im Testfeld bei den 14 Flachkollektoranlagen zwischen 9,1 und 14,2 m2 und bei den drei Vakuumröhrenkollektoranlagen zwischen 7,4 und 9,6 m2.

...und unterschiedliche Ergebnisse
Die Preisspanne (inkl. Speicher und Montage) reicht von 7500 bis 14.100 Euro, die Primärenergieeinsparung liegt zwischen 3816 und 7103 kWh/a. Nun die schlechtere Nachricht: Bei der Amortisation müssen die Investoren viel Geduld haben. Das Verhältnis aus den eingesparten Gaskosten zu den Investitionskosten variiert zwischen 1,24 und 2,02. Dabei liegen Kosten für Erdgas von 7,35 Ct/kWh und eine Energiepreissteigerung von 8 %/a zugrunde.

Amortisation bei deutlich steigenden Energiepreisen
Unter diesen günstigen Annahmen und ohne weitere Veränderungen am Gebäude und bei konstanter Nutzung (Trinkwarmwasser für 3,5 Personen) kommt die Anlage mit dem schlechtesten Verhältnis von Einsparungen und Investitionen auf eine Verzinsung von 1,1 %/a (Vergleich: Investitionssumme festverzinst und Einsparungen am Jahresende auf ein Sparkonto mit gleichen Konditionen). Wollte man einen Kredit aus den Einsparungen zurückzahlen, dürfte dieser bei 20 Jahren Laufzeit nur einen Zinssatz von 0,2 %/a haben. Die Anlage mit dem günstigsten Verhältnis von Einsparungen und Investitionen kommt auf eine Verzinsung von 5,0 %/a. Wollte man einen Kredit aus den Einsparungen zurückzahlen, dürfte dieser bei 20 Jahren Laufzeit einen Zinssatz von 3,9 %/a haben.

Bei allen Betrachtungen ist jedoch zu berücksichtigen, dass die größten „Rückzahlungen“ durch die deutliche Energiepreissteigerung erst am Ende der Nutzungsphase auftreten. Bei einer Energiepreissteigerung von 8 %/a würden sich in 20 Jahren die Energiepreise mehr als vervierfachen. GLR

Siehe auch: Getestet: Solare Trinkwassererwärmung
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