GEB Newsletter: 14-2010 | 29.06.2010

ENERGIEDIENSTLEISTUNG

Energiemonitoring für Wohnungsnutzer

Vernetzte intelligente Zähler übermitteln ihre Verbrauchswerte an Datensammler, die aus der Ferne ablesbar sind. So ist ein zeitnahes Verbrauchs-Feedback über das Internet für alle Sparten möglich.
Vernetzte intelligente Zähler übermitteln ihre Verbrauchswerte an Datensammler, die aus der Ferne ablesbar sind. So ist ein zeitnahes Verbrauchs-Feedback über das Internet für alle Sparten möglich.
Den eigenen Energie- und Wasserverbrauch über das Internet kontrollieren und dadurch senken? In Bietigheim-Bissingen ist das für die Bewohner eines Mehrfamilienhauses bereits Realität: Minol und die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen (SWBB) haben das Gebäude als Musterhaus für das Energiemonitoring ausgewählt. Nach dem Einloggen im Online-Portal von Minol können die Bewohner zeitnah Verbrauchs- und Kostenanalysen für ihre Wohnung abrufen.

Verbrauch und Kosten werden transparent
Das Pilotprojekt zeichnet aus, dass es sämtliche Sparten – Heizenergie, Warmwasser, Kaltwasser und Strom – transparent macht und dass Nutzer nicht nur den Verbrauch, sondern auch die Kosten monatlich einsehen können. Möglich macht es die Kooperation zwischen Abrechnungsdienstleister und Stadtwerk. Während Minol den Verbrauch auf Wohnungsebene erfasst, bringen die Stadtwerke den Gesamtverbrauch für Fernwärme und Wasser sowie den Stromverbrauch mit ein. „Wir möchten herausfinden, wie intensiv die Bewohner den Service nutzen, welche Funktionen und welchen Zeittakt sie bevorzugen“, sagt Minol-Geschäftsführer Marcus Lehmann.

Verbrauchsmuster erkennen
Das Haus mit sieben Eigentumswohnungen wurde von der Bietigheimer Wohnbau errichtet, die es weiterhin verwaltet: Es handelt sich um ein KfW-Effizienzhaus 85, das die SWBB mit Fernwärme aus 90 % Biomasse versorgt. „Mit dem Energiemonitoring können die Bewohner die Nebenkosten durch ihr Verhalten beeinflussen“, sagt Wolfgang D. Heckeler, Geschäftsführer der Bietigheimer Wohnbau. Um Einsparpotenziale zu erkennen, wünschen sich viele Menschen eine zeitnahe Rückmeldung zum eigenen Verbrauch. Bei Strom und Gas ist ein solches Feedback mit Einführung intelligenter Zähler (Smart Meter) seit Januar 2010 unter bestimmten Bedingungen verbindlich; ab 2011 müssen Energieversorger zudem variable Stromtarife anbieten.

Alle Energieverbräuche im Blick
„Mit Smart Metern erkennt der Nutzer stromintensive Anwendungen. Dank dynamischer Tarife ist es künftig sogar möglich, Stromverbraucher wie die Waschmaschine zu preisgünstigen Tageszeiten zu starten“, sagt Rainer Kübler, Geschäftsführer der SWBB. Die Projektpartner gehen einen entscheidenden Schritt weiter: „Wir machen auch den Wärme- und Warmwasserverbrauch transparent, auf den mehr als 80 % der Energie im Gebäudebereich entfallen. So hat jeder Haushalt den Gesamtverbrauch im Blick“, erläutert Lehmann. Ein bewusstes Verhalten senkt den Energieverbrauch selbst in modernen Gebäuden.

Einfach verständliches Monitoring
Im geschützten Internetportal von Minol können die Hausbewohner Verbrauchs- und Kostenanalysen für ihre Wohnung aufrufen. Das Schaubild zeigt exemplarisch, wie sich die Kosten für Heizung, Warmwasser und Kaltwasser anteilig zusammensetzen und wie sie sich im Laufe von zwölf Monaten entwickelt haben.
Im geschützten Internetportal von Minol können die Hausbewohner Verbrauchs- und Kostenanalysen für ihre Wohnung aufrufen. Das Schaubild zeigt exemplarisch, wie sich die Kosten für Heizung, Warmwasser und Kaltwasser anteilig zusammensetzen und wie sie sich im Laufe von zwölf Monaten entwickelt haben.
Technische Voraussetzung für das Energiemonitoring ist eine vernetzte und aus der Ferne ablesbare Messtechnik. Minol hat ein Funksystem für Wärme und Wasser installiert, dessen zentraler Datensammler vom Minol-Rechenzentrum aus per GSM abgelesen wird. Die SWBB erfasst den Fernwärme-, Wasser- und Stromverbrauch des Gesamtgebäudes mit elektronischen Zählern, die mit einem fernablesbaren Datensammler verbunden sind. So funktioniert die Ablesung in allen Sparten automatisch. So komplex die Technik, so einfach ist das Energiemonitoring zu bedienen: Schaubilder zeigen die monatlichen Verbrauchs- und Kostenanalysen für die jeweilige Wohnung, bis hin zu den einzelnen Messgeräten.

Der Anwender sieht zum Beispiel, in welchem Raum er am meisten geheizt hat oder wie sich sein Wasserverbrauch im Verlauf der letzten zwölf Monate entwickelt hat. Wer den Stromverbrauch noch genauer überblicken möchte, kann vom selben Portal aus den „Kundenmonitor“ von den SWBB aufrufen. Dort sind die Stromwerte bis zu täglich verfügbar. GLR
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