GEB Newsletter: 22-2009 | 06.10.2009

ENERGIE

Bundesweiter Heizspiegel 2009 veröffentlicht

2008 haben die Bundesbürger 17 % mehr für das Heizen ausgegeben als im Jahr zuvor. Das geht aus dem neuen Bundesweiten Heizspiegel 2009 hervor, den co2online gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund (DMB) am 1. Oktober veröffentlicht hat. Der Bundesweite Heizspiegel liefert Vergleichswerte zu Heizenergieverbrauch, Heizkosten und CO2-Emissionen für das Abrechnungsjahr 2008, getrennt nach den Energieträgern Erdgas, Heizöl und Fernwärme. Dafür wertete co2online bundesweit 52.000 Gebäudedaten aus.

Höhere Energiepreise und kalter Winter
Durchschnittlich 880 Euro kostete das Heizen einer 70-m2-Wohnung mit Heizöl im vergangenen Jahr. Das sind 180 Euro mehr als im Jahr zuvor. Mieter mit Erdgasheizung zahlten 800 Euro (+65 Euro), während die Heizkosten für Fernwärme 840 Euro betrugen (+ 130 Euro). Damit stiegen die Heizkosten gegenüber 2007 im Schnitt bei Heizöl um 26 %, bei Erdgas um 8 % und bei Fernwärme um 17 %. „Das liegt vor allem an den gestiegenen Energiepreisen“, sagt Lukas Siebenkotten, Direktor des DMB. „Zudem musste mehr geheizt werden, weil der vergangene Winter kälter war als 2007.“ Der Heizenergieverbrauch stieg im Durchschnitt um 3 %.

In 2009 keine Entspannung
„Auch 2009 bleibt das Heizen teuer“, prognostiziert Siebenkotten. Zwar lagen die Kosten für Heizöl im ersten Halbjahr bis zu 40 % unter dem Vorjahresniveau, die Kosten für Gas und Fernwärme sind dagegen im ersten Quartal 2009 weiter gestiegen. Aktuell angekündigte Preissenkungen der Gasversorger wirken sich kaum auf die Verbraucher aus. „Die Heizkosten bleiben hoch, auf dauerhaft sinkende Energiepreise dürfen Mieter nicht hoffen. Deshalb bleibt die energetische Modernisierung so wichtig“, sagt Siebenkotten.

Enormes Sparpotenzial
Unabhängig von der Entwicklung der Energiepreise besteht in Deutschlands Wohnhäusern ein enormes Sparpotenzial durch wärmetechnische Modernisierung. Allerdings gibt es regionale Unterschiede: „Im Osten des Landes ist jede vierte Häuserfassade gedämmt“, bilanziert Dr. Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer von co2online. Im Westen gibt es noch mehr Nachholbedarf. „Dort ist nur jedes zehnte Gebäude ordentlich gedämmt“, so Hengstenberg. Würden dort Sanierungsmaßnahmen kombiniert umgesetzt, ließe sich der Heizenergieverbrauch mehr als halbieren. Die Verbraucher wären dadurch unabhängiger von den stetig steigenden Energiepreisen. Ob die zuletzt gezahlten Heizkosten im Durchschnitt lagen oder überhöht waren, zeigt der kostenlose Bundesweite Heizspiegel 2009 auf www.heizspiegel.de. GLR

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