GEB Newsletter: 16-2007 | 27.06.2007

ENERGIEEINSPARUNG

Grüne legen Plan für -40% CO2 bis 2020 vor

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat unter dem Namen „Energie 2.0 - Die grünen Maßnahmen bis 2020“ ein Energiekonzept vorgestellt, wie bis 2020 in Deutschland die CO2-Emissionen um 40% gesenkt werden können. Das Energiekonzept umfasst alle Energiesektoren – Strom, Wärme und Verkehr – und setzt auf Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Energieeinsparung.

Die wichtigsten Maßnahmen im Strombereich:
  • Dynamisierung der Effizienzstandards und der Kennzeichnung, Einführung eines Stromsparfonds
  • mehr erneuerbare Energien durch Optimierung des Erneuerbare- Energien-Gesetzes, ein Biogaseinspeisegesetz und ein Marktanreizprogramm für den StromsektorI
  • mportkonzept für erneuerbare Energien als Kooperationsangebot für Drittländer auf Grundlage klarer Nachhaltigkeitskriterien
  • Der Endenergieverbrauch sinkt um 16% (bezogen auf 2005), der Anteil erneuerbarer Energien steigt bezogen auf den Endenergieverbrauch von 10,1% (2005) bis 2020 auf 43%.

Die wichtigsten Maßnahmen im Wärmebereich:
  • deutliche Verschärfung und Kontrolle der Energieeinsparverordnung, Verbesserung des KfW-Gebäudesanierungsprogramms
  • Schaffung einer besseren Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
  • Einführung eines Erneuerbare-Wärme-Gesetzes
  • Der Endenergieverbrauch sinkt um 22%(bezogen auf 2005), der Anteil erneuerbarer Energien steigt bezogen auf den Endenergieverbrauch von 5,4% (2005) bis 2020 auf 28%.

Die wichtigsten Maßnahmen im Verkehrsbereich:
  • Verkehrsvermeidung und -verlagerung durch Förderung von ÖPNV, Fuß- und Radverkehr sowie nachhaltigen Logistikkonzepten im gewerblichen Bereich
  • CO2-Grenzwerte von 120 g/km ab 2012, Umwandlung der Kfz-Steuer in eine CO2-Steuer, Ausweitung der LKW-Maut, Tempolimit
  • Vorfahrt für klimaneutrale Antriebe: eine Million Elektrofahrzeuge (inkl. Plug-In-Hybride); nachhaltigkeitsgeprüfte Biotreibstoffe, Wettbewerbsvorteile für klimaschädlichen Verkehr abschaffen
  • Der Endenergieverbrauch sinkt um 17% (bezogen auf 2005), der Anteil erneuerbarer Energien steigt bezogen auf den Endenergieverbrauch von 5,6% (2005) bis 2020 auf 20%.

Kohlemoratorium
Ein interessanter Vorschlag findet sich in der Energiekonzept zum Bau von Kohlekraftwerken und der CO2-Abscheidung und Lagerung (CCS: Carbon Capture and Storage). Hier sollen die Energiekonzerne einem Kohlemoratorium zustimmen: Auf den Bau neuer Kohlekraftwerke muss mindestens solange verzichtet werden, bis CO2-freie Kraftwerke technisch machbar, ökologisch integer und wirtschaftlich rentabel sind. Erst wenn Pilot- und Demonstrationsvorhaben zu einer breiten kommerziellen Anwendung führen können, dürfen weitere Kohlekraftwerke gebaut werden. Begründet wird dieses damit, dass Kraftwerke ohne CO2-Abscheidung mit ambitionierten Klimazielen unvereinbar sind, eine Nachrüstung bestehender Anlagen aber sehr viel teurer und ineffizienter wäre.

Einfach lesenswert
Es ließen sich viele Elemente aus Energie 2.0 prima zitieren oder diskutieren, das Energiekonzept noch stärker zu verdichten, macht allerdings wenig Sinn. Zwar ist es nicht ganz frei von Schulterklopfen für die eigene Politik und von polarisierendem Wortschatz, bügelt dies aber mehr als aus, indem es auch heikle Punkte ohne Rücksicht auf das Wahlvolk fordert, wie die „Abschmelzung der Entfernungspauschale“ oder die „Reduzierung und ökologische Reform des Dienstwagenprivilegs“. Und das Energiekonzept hat noch einen unschlagbaren Vorteil gegenüber vielen anderen Studien: Es lässt sich prima lesen. (PDF-Download) GLR

Uns interessiert Ihre Meinung!

  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

Frage des Monats

Wie viel Prozent Ihrer Energieberatertätigkeit machen Einzelmaßnahmen aus?

Abstimmen
Wissenscheck

Testen Sie Ihr Wissen und lernen Sie dazu! Jeden Monat stellen wir Ihnen vier Fragen aus dem GEB-Umfeld und erläutern die richtige Antwort.

GEB-Newsletter

Ja, ich möchte den GEB-Newsletter kostenlos abonnieren: