GEB Newsletter: 05-2007 | 22.02.2007

AKTUELLES

Australien will Glühlampen verbieten

1880 meldete Thomas Alva Edison seine 1879 entwickelte Glühlampe zum Patent an. Mehr als 125 Jahre nach der Patentanmeldung ist die Glühlampe auch heute noch das mit Abstand weltweit meist verkaufte Leuchtmittel. Trotz beispiellos schlechtem Wirkungsgrad und geringer Lebensdauer von etwa 1000 Betriebsstunden. Nur 5 bis 10% der aufgewendeten Energie werden mit 5 bis 15 Lumen/W in sichtbares Licht ungewandelt. Energiesparlampen kommen auf eine Lichtausbeute von 40 bis 65 Lumen/W und halten bis zu 15.000 Betriebsstunden. So strahlend ist ihr Image hingen nicht. In Deutschland und in Europa wird der Markt noch von Glühlampen dominiert. Nach Angaben des Zentralverbands Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI) werden in Europa noch rund zwei Mrd. konventionelle Glühlampen pro Jahr verkauft.  

Tropfen auf den heißen Stein
Per Gesetz will Australien jetzt Glühlampen verbieten. 2015 soll das Licht der letzten Glühwendel-Klassiker spätestens verlöschen, das hat Australiens Umweltminister Malcolm Turnbull angekündigt. Der Beitrag zum Klimaschutz des Kyoto-Protokoll-Verweigerers durch das Verbot: Etwa 4 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr. Ein minimaler Beitrag für die Aufsehen erregende Aktion. 2004 betrug der CO2-Ausstoß in Australien etwa 565 Mio. Tonnen. Umweltschützer haben die Ankündigung bereits „als Tropfen auf den heißen Stein“ bezeichnet (DIE WELT). Das Einsparpotenzial in Europa beläuft sich dem ZVEI zufolge auf 20 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr bzw. 5 bis 8 Mrd. Euro pro Jahr für die Verbraucher.

Australiens Vorstoß stößt bei Deutschlands Politikern aber auf Ablehnung. Ein echter Schritt zu mehr Klimaschutz wäre es, wenn Australien das Kyoto-Protokoll ratifizieren würde, kommentierte das Bundesumweltministerium die Ankündigung.

Markt mit harten Bandagen
Die EU hat seit Anfang 2001 den Import von Energiesparlampen aus China mit einem Antidumpingzoll von bis zu 66,1 % belegt. Seit dem hat die Zollfahndung billige Energiesparlampen aus dem Reich der Mitte im Visier. Erst im Dezember 2006 hat das Zollkriminalamt in Köln mitgeteilt, das Händler immer wieder versuchen, die Herkunft der Lampen zu vertuschen, um so die Antidumpingzölle zu umgehen. Seit 2001 habe der Zoll allein in Deutschland mehr als sieben Mio. Euro hinterzogene Abgaben nachgefordert. EU-weit wird der Schaden auf 50 Mio. Euro beziffert.

Nach Angaben des Zollkriminalamts werde mit den Billigprodukten aber nicht nur der Staat, sondern auch der Verbraucher betrogen: Tests hätten ergeben, dass die Lebensdauer solcher Energiesparlampen erheblich unter der anderer Energiesparlampen liegt und der vermeintliche Preisvorteil sich dadurch umkehre. GLR
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