GEB Newsletter: 04-2006 | 09.03.2006

AKTUELLES

Marktanreizprogramm: Boom bei Förderanträgen

Über das Marktanreizprogramm (MAP) werden thermische Solar- und Biomasseanlagen gefördert. Unbeeindruckt vom Bewilligungsstopp erreichen die Förderanträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) immer neue Rekorde. Der „Stein ist im Rollen“, ob und wann dafür ausreichende Mittel zur Verfügung stehen, ist aber wegen der angespannten Haushaltslage und dem noch nicht verabschiedeten Bundeshaushalt zurzeit offen. Ohne eine deutliche Aufstockung des Fördervolumens ist eine Kontinuität aber wohl kaum zu wahren.

Zahlen aus 2005
  • Insgesamt wurden über das Marktanreizprogramm 2005 über 195.000 Anträge gestellt. 148.464 für thermische Solaranlagen und 46.748 für Biomasseanlagen. Davon für Pellet-Heizungsanlagen: knapp 22.000.
  • Das gesamte Fördervolumen betrug 2005 rund 188 Mio. Euro. Durch den Förderstopp Mitte Oktober konnten 142.811 Anträge positiv beschieden werden werden. Bewilligt wurden mit einem Fördervolumen von ca. 128,5 Mio. Euro 111.158 thermische Solaranlagen und mit etwa 59 Mio. Euro 31.497 Biomasseanlagen, davon 15.500 Pellet-Heizungsanlagen. Bereits realisiert wurden mit Förderung über das MAP in 2005 etwa 9500 Pellet-Heizungsanlagen.
  • Mit dem Fördervolumen von 188 Mio. Euro werden auf Basis der Angaben in den gestellten Anträgen Investitionen von 1,77 Mrd. Euro angestoßen: 1,009 Mrd. im Bereich thermischer Solaranlagen und 761 Mio. Euro bei Biomasseanlagen.
  • Etwa 55.000 fertig bearbeitete Anträge aus 2005 warten zurzeit auf Fördermittel, dieses sind insbesondere Anträge, die nach dem Förderstopp Mitte Oktober 2005 gestellt wurden.
  • Bei einer durchschnittlichen Kollektorfläche von 10 m² sind 2005 Anträge für etwa 1,5 Mio. Quadratmeter Kollektorfläche gestellt worden. Erfahrungsgemäß kommen die in der zweiten Jahreshälfte gestellten Anträge aber erst im folgenden Jahr, also 2006, zur Ausführung. Das erklärt die Differenz zu den Marktzahlen (tatsächlich installiert) des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) von etwa 950.000 Quadratmeter Kollektorfläche in 2005. Oder: Bleibt die Förderung auf dem bisherigen Niveau, sind die Auftragsbücher der Solarbranche bereits heute gut gefüllt.
Erste Zahlen für 2006
  • Im Januar wurden seit Beginn des MAP in 2000 die mit deutlichem Abstand höchsten Antragseingänge registriert. Normal sind etwa 4000 bis 5000 Anträge. Jetzt kamen im Januar 12.324 Anträge. 8490 für thermische Solaranlagen und 3834 für Biomasseanlagen, davon etwa 2000 für Pellet-Heizungsanlagen. (2004 wurden im Januar 506 Anträge für Biomassefeuerungen bis 50 kW bewilligt, 2005 waren es 1372, Quelle Solar Promotion GmbH)

Unabhängig von dem derzeitigen Förderstopp wird sich der Gesetzgeber aufgrund der rasant gestiegenen Antragszahlen entscheiden müssen, wie er die Kontinuität bei der Förderung gewährleisten will. Auf der Grundlage einer vorläufigen Haushaltsführung zumindest Teile der geplanten Zuschüsse freizugeben, wäre angesichts der vielen noch offenen Anträge nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber eine erste Maßnahme. Letztendlich bleiben nur zwei Stellschrauben: Aufstockung der Mittel und Festlegung der Förderbeträge pro Anlage/Fläche. Dabei muss berücksichtigt werden, dass das Marktanreizprogramm Innovationen und Kostenreduzierungen auf der Herstellerseite auslösen soll, wozu langfristige Planungssicherheit erforderlich ist. Der Ausweg heißt Regeneratives Wärmegesetz, wie es auch der Koalitionsvertrag ankündigt. Die Erneuerbare-Energien-Branche hofft, so nach dem Vorbild der Einspeisvergütung für Photovoltaikstrom durch alle Stromkunden, schon ab 2007 durch eine Umlagefinanzierung unabhängig vom Bundeshaushalt zu werden. GLR

  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

Sommerumfrage

Wie zukunftsfähig ist die Energieberatung?

Zur Umfrage

» zum Fragenarchiv

Wissenscheck

Testen Sie Ihr Wissen und lernen Sie dazu! Jeden Monat stellen wir Ihnen vier Fragen aus dem GEB-Umfeld und erläutern die richtige Antwort.

GEB-Newsletter

Ja, ich möchte den GEB-Newsletter kostenlos abonnieren: