Gebaeude Energie Berater Ausgabe:

Holz effizienter nutzen

12.04.2011 - In der Diskussion um den Atomausstieg warnt die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) vor einem übereilten Ausbau erneuerbarer Energien ohne strenge Effizienzstandards.

Das Problem: Schon heute wird Holz, das eigentlich für die Produktion von Bauholz, Möbeln, Fußböden, Zellstoff und Papier geeignet wäre, sofort verbrannt. Biomassekraftwerke sowie Biomasseheizkraftwerke können häufig nicht mit dem derzeit am Markt verfügbaren Energieholz ausgelastet werden und beheizen ihre Anlagen zunehmend mit frischem Waldholz. Darüber hinaus wird in den Kohlekraftwerken der führenden Energiekonzerne der Kohle inzwischen Holz beigemischt und der regenerative Rohstoff so dem Verwertungs- und Recyclingzyklus vorzeitig entzogen.

Nach Erkenntnissen der

AGR

kann die Energiegewinnung aus Holz nur durch Effizienzsteigerung wachsen, da das Biomassepotenzial in Deutschland begrenzt ist. „Es geht darum, aus dem vorhandenen Holz ein Maximum an Wertschöpfung zu erzeugen“, so Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer des Branchenverbandes. Dies müsste gerade bei Fördermaßnahmen für die Bioenergie wie dem Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) oberste Priorität haben. „Eine undifferenzierte Förderung erneuerbarer Energien führt zu Preissteigerungen für den Rohstoff Holz und gefährdet damit einen bedeutenden Wirtschaftszweig“, warnt Ohnesorge. Bund und Länder stützen nach Ansicht der AGR ihre Ziele und Maßnahmen zum Ausbau erneuerbarer Energien auf theoretische Holzpotenziale, die nicht uneingeschränkt verfügbar sind. Gleichzeitig nehmen sie immer mehr Waldflächen aus der Nutzung. Ohnesorge: „Eine naturnahe Waldbewirtschaftung, wie sie seit Jahrzehnten in Deutschland betrieben wird, ist in diesen so genannten Wildnisgebieten nicht mehr möglich. Damit stehen auch diese Rohstoffpotenziale nicht mehr zur Verfügung.“

Die AGR fordert deshalb von der Bundesregierung ein ganzheitliches Energiekonzept, das die Ressourceneffizienz bei der Verwertung des Rohstoffs Holz stärker berücksichtigt. Im Ergebnis sollte dabei Holz zunächst der stofflichen Verwertung zugeführt werden, bevor es am Ende der Nutzung in Energie umgewandelt wird.


 

 

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